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FDIC warnt vor EU- und System-Crash

US-Aufsicht "sehr besorgt" um Stabilität europäischer Banken. Die europäischen Geldhäuser drohen nach Einschätzung der FDIC die Stabilität des gesamten Finanzsystems in Gefahr zu bringen.


In den USA geht die Furcht vor einer neuen Finanzkrise um. Die Augen richten sich dabei vor allem auf Europa und dessen Probleme. "Ich bin sehr besorgt darüber, dass Europas Bankensystem der Ausgangspunkt für künftige finanzielle Instabilitäten werden könnte", erklärte die Chefin der staatlichen US-Einlagensicherung FDIC, Sheila Bair, in einem Redetext für eine Kongressanhörung in Washington. Dort wollten die Parlamentarier am Donnerstag wissen, wie es um das weltweite Finanzsystem steht.

Die meisten Aufsichtsbehörden und Politiker in den USA stimmten darin überein, dass die Banken gezwungen werden sollten, mehr Kapital vorzuhalten, fügte sie hinzu. Auf diese Weise könnten sich die Kreditinstitute vor Verlusten schützen und mögliche Erschütterungen im Finanzsystem überstehen. Insgesamt sei das Risiko hoch, dass Banken weitere Schwierigkeiten bekämen.

Die politischen Unruhen in dem von der Pleite bedrohten Griechenland lassen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) die Alarmglocken schrillen. "Ich bin in großer Sorge darüber, dass sich die Lage in den vergangenen 24 Stunden dramatisch verändert hat", sagte der Sonderberater der IWF-Spitze, Zhu Min, am Donnerstag in Paris. Er verwies darauf, dass derzeit ein Team des Fonds in Athen eine Prüfung des griechischen Sparkurses abschließe. "Mit Blick auf die Situation gibt es jedoch große Unsicherheit, und daher gehen wir die Dinge mit großer Vorsicht an und beobachten die Vorgänge sehr genau." Er hoffe, dass die Regierung in Athen Zustimmung für ihre Sparvorschläge finde. "Wir sind bereit, Unterstützung zu leisten", fügte Zhu hinzu.

Die Amerikaner beobachten derzeit sehr genau, was in Europa vor sich geht. Genauso beobachten die Finanzexperten aber auch die schwierige Lage im eigenen Land: Die Regierung Obama ringt gerade mit den oppositionellen Republikanern um eine Anhebung der Obergrenze für die Staatsschulden. Gelingt bis August keine Einigung, droht der US-Regierung das Geld auszugehen. FDIC-Chefin Bair machte sich dafür stark, dass auch die US-Banken mehr Kapital vorhalten, um für Krisen gewappnet zu sein.

2. GR-Rettungspaket

Thomas Straubhaar, Direktor des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstitutes (HWWI) glaubt, dass sich EU, Europäische Zentralbank (EZB), Ratingagenturen und private Gläubiger in den kommenden Tagen auf einen Kompromiss für Griechenland einigen werden. "Griechenland wird ein zweites Rettungspaket erhalten, im Gegenzug werden die Daumenschrauben für das Land weiter angezogen. Parallel werden Banken die Laufzeiten ihrer griechischen Anleihen `freiwillig` verlängern, ohne dass die Ratingagenturen dies als Zahlungsausfall werten", sagte Straubhaar der "Welt" (Freitagausgabe).

Die Agentur Fitch habe dazu ihre Bereitschaft ja bereits signalisiert. Straubhaar fordert allerdings weitergehende Schritte: "Die EZB muss wieder in ihre Unabhängigkeit entlassen werden, die Vermischung von Geld- und Fiskalpolitik muss ein Ende haben." Deshalb sollten die von der EZB aufgekauften Staatsanleihen vollständig von der Notenbankbilanz in den Rettungsschirm EFSF  überführt und ab 2013 vom Rettungsfonds ESM übernommen werden. "Diese Lösung ließe sich gut verkaufen und alle Beteiligten könnten ihr Gesicht wahren", sagte Straubhaar.

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