US-Polizisten befragen Regisseur von Mohammed-Schmähfilm. Die örtlichen Behörden betonten, dass der Mann nicht verhaftet worden sei. Er könnte allerdings gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben.
Der mutmaßliche Autor und Organisator des Schmähfilms über den Propheten Mohammed, der in der islamischen Welt für Wut und Empörung gesorgt hatte, ist von US-Polizisten zu einer Befragung abgeholt worden. Die örtlichen Behörden betonten, dass der Mann nicht verhaftet worden sei. Er könnte allerdings gegen Bewährungsauflagen verstoßen haben.
Der mutmaßliche Autor des Schmähfilms war im Jahr 2010 zu 21 Monaten Haft und zu einer Geldstrafe in Höhe von knapp 800.000 US-Dollar verurteilt worden, den Angaben seines ehemaligen Anwalts zufolge sei sein früherer Mandant in mehreren Fällen wegen Kreditbetrugs verurteilt worden. Eine Bewährungsauflage lautete, dass der Mann ohne vorherige behördliche Genehmigung keinen Computer oder das Internet benutzen dürfe.
Die Ermittler untersuchen nun, ob er gegen diese Auflage verstoßen hat. In dem Film wird der Prophet Mohammed unter anderem als Frauenheld dargestellt. Nach Bekanntwerden des Films war es in mehreren islamischen Ländern zu teils blutigen Ausschreitungen gekommen.
Ein Kommentar von Joachim Steinhöfel:
Der Film, über den sich der Pöbel echauffiert, hat kein Mitglied des Mobs gesehen. Ähnlich lief es bei den Mohammed-Karikaturen im Jahre 2005. Es ist ein Fehler, dass sich die US-Administration überhaupt über den Film äussert. Er liegt ausserhalb ihrer verfassungsmässigen Zuständigkeit. Und es spielt keine Rolle, welche Qualität der Film hat. Ob er geschmacklos oder beleidigend ist. Er ist durch das Recht auf freie Meinungsäusserung gedeckt. In Europa wie in den USA. Und das gilt auch für Christus in einer Urinflasche.
Durch nichts gedeckt ist die Verletzung des Geländes von Botschaften und deren Zerstörung. Der Mord an vier Botschaftsansgestellen in Bengasi / Libyen und die offenbar vorangehende Vergewaltigung von Botschafter Stevens sind jeweils ein act of war. Während sich die schwache libysche Regierung entschuldigt hat, ist die Einlassung des radikalen ägyptischen Präsidenten Mursi mehr als ambivalent. Ägypten wird zur Verantwortung zu ziehen sein, wenn es nicht alles in seiner Macht stehende tut, um die diplomatischen Vertretungen vor dem Pöbel zu schützen und die Täter zur Verantwortung zieht. Ein Einfrieren der US-Hilfszahlungen in Milliardenhöhe sollte sich von selbst verstehen.
Während also auf der einen Seite das fundamentale Grundrecht auf freie Meinungsäußerung zur Debatte steht, geht es auf der anderen Seite um schwerste Verletzungen des Völkerrechts, Kriegsverbrechen und Straftaten. Ein Zurückweichen vor dem kriminellen, religiös fanatisierten Abschaum verbietet sich.
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