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ifo runter

Der Ifo-Geschäftsklimaindex ist im September 2012 überraschend auf 101,4 Punkte gefallen. Das teilte das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit. Finanzmarktexperten hatten mit einem leichten Anstieg des Index gerechnet. Im August hatte der Ifo-Index noch bei 102,3 Punkten gelegen.
 
 
von Deutsche Postbank Research
 
Entgegen der Erwartungen hat der deutsche ifo-Geschäftsklimaindex seine Abwärtstendenz im September fortgesetzt. Er verschlechterte sich zum fünften Mal in Folge und gab von 102,3 auf 101,4 Punkte nach. Wir sowie der Markt hatten dagegen mit einer Wende gerechnet. Darauf deuteten auch die in der vergangenen Woche veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes hin, die überraschend kräftig gestiegen waren.

Sowohl die Lage als auch die Erwartungen wurden von den etwa 7000 befragten Unternehmen schlechter beurteilt als noch im August. Damit bleiben deutsche Unternehmen trotz der jüngst erzielten Fortschritte bei der Eindämmung der Staatsschuldenkrise skeptisch für die hiesige Konjunktur. Dies gilt vor allem für das Verarbeitende Gewerbe sowie den Bausektor. Die jeweiligen Indizes gaben nämlich weiter nach und rutschten damit tiefer in den negativen Bereich. Dagegen hellte sich die Stimmung im Groß- und Einzelhandel etwas auf.

Auch wenn sich die Situation an den Finanzmärkten zuletzt eindeutig stabilisiert hat und die Aktien sogar zulegen konnten, trauen deutsche Unternehmen dem Frieden noch nicht so recht, was sich an den insgesamt enttäuschenden ifo-Daten ablesen lässt. Die erneute Stimmungseintrübung macht außerdem deutlich, dass Fortschritte in Sachen Staatsschuldenkrise nicht automatisch mit einer besseren Konjunkturentwicklung einher gehen. Denn am Sparen führt in den hochverschuldeten Euro-Staaten ungeachtet verstärkter Hilfsmaßnahmen kein Weg vorbei. Kürzungen bei Staatsausgaben und Löhnen führen notwendigerweise zu einem Rückgang des Wachstums, da die Exporte wegen mangelnder Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft in vielen Euro-Staaten - wenn überhaupt - nur moderat steigen. 
 
Wir erwarten zwar nach wie vor nicht, dass die deutsche Wirtschaft in eine Rezession abgleitet. Allerdings sollte sie im weiteren Jahresverlauf auch nicht über Stagnation hinaus kommen. Dank eines guten Jahresauftakts dürfte die deutsche Wirtschaft im Gesamtjahr 2012 aber dennoch einen Zuwachs von real 1% erreichen.
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