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Euro-Krise vorbei?

Chef des Euro-Rettungsfonds zuversichtlich: „Unsere Krisenstrategie wirkt. Die Krise ist noch nicht vorbei. Aber wir haben mehr als die Hälfte des Weges bei  den nationalen Anpassungslasten geschafft“. - Rürup: ifo-Chef Sinn betreibt Kritik an Euro-Rettung mit „missionarischem Eifer“

 

Der Chef des dauerhaften Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, hält im Kampf gegen die Schuldenkrise mehr als die Hälfte des Weges für geschafft: „Die Krise ist noch nicht vorbei. Aber wir haben mehr als die Hälfte des Weges bei  den nationalen Anpassungslasten geschafft“, sagte Regling der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Samstagausgabe).

Die Divergenzen zwischen den Euro-Staaten bei Haushalts- und Leistungsbilanzdefiziten verringerten sich  seit zwei Jahren.  Und die Wettbewerbsfähigkeit in allen südlichen Mitgliedsländern der Euro-Zone steige. „Unsere Krisenstrategie wirkt. Und zwar besser als weithin wahrgenommen wird“, so Regling.

Dennoch hält er weitere Einschnitte in den Krisenstaaten für erforderlich. „Meine größte Sorge ist, dass einige Krisenländer nicht die politische Kraft haben, den schmerzhaften, aber wirksamen Reformkurs bis zum Ende durchzuhalten. Das wäre ein Katastrophe.“ Regling warnte mit Blick auf Griechenland vor weiteren Diskussionen über ein mögliches Ausscheiden Athens aus dem Euro: „Ein Austritt Griechenlands aus der Währungsunion wäre die teuerste aller denkbaren Lösungen“, so Regling gegenüber der Zeitung.


Rürup: ifo-Chef Sinn betreibt Kritik an Euro-Rettung mit „missionarischem Eifer“
 
Der ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup hat dem ifo-Präsidenten Hans Werner Sinn „missionarischen Eifer“ vorgeworfen. Anlass ist das Erscheinen des neuen Sinn-Buches „Die Target-Falle: Gefahren für unser Geld und unsere Kinder“, das am Montag den 8. Oktober erscheint. „Man ist beeindruckt von der souveränen Stringenz der Argumentation, der bildhaften Sprache sowie der imponierenden Fülle und Aktualität des – gelegentlich suggestiv aufbereiteten – Materials. Gleichzeitig ist man aber über den missionarischen Eifer irritiert, mit dem der Autor glauben machen will, nur der Blick durch die Brille seiner Theorie sei die einzig richtige Sicht der Dinge“, schreibt Rürup in der WirtschaftsWoche.

Das Buch werde eine heftige Diskussion auslösen, den vom Autor erhofften politischen Kurswechsel aber nicht bewirken, prognostiziert Rürup. „Dazu hätte er die Risi! ken einer Umsetzung seiner Vorschläge mit der gleichen kritischen Akribie herausarbeiten müssen wie die des vermeintlich fatalen ‚Weiter-So’, schreibt Rürup, der das Buch in der WirtschaftsWoche rezensiert. Sinn, der darin mit der Euro-Krisenpolitik der Regierungen und der Europäischen Zentralbank (EZB) abrechnet, formuliere zu suggestiv, kritisiert Rürup: „So prägt Sinn die ‚Fass-ohne-Boden-Theorie’, nach der die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit einiger Euro-Länder die Ursache der Krise ist und die ‚Geld-im-Schaufenster-Theorie’
, nach der die Euro-Krise eine Folge fehlenden Marktvertrauens ist. Weniger suggestiv, aber genauso treffend könnte man von Solvenz- und Liquiditätskrisen sprechen, in denen sich einige Euro-Länder befinden.“



Die Forderung des ifo-Präsidenten, die Target-Salden zu beschränken und durch Sicherheiten zu decken, sei zweifellos sinnvoll, räumt Rürup Sinn ein. Dies gelte aber „freilich nur auf längere Sicht“. Rürup: „Eine kurzfristige Umsetzung dieser Empfehlung wie auch ein (temporärer) Austritt einzelner Länder aus der Währungsunion würde dagegen zu Panik, Kapitalflucht, Bankeninsolvenzen und Depressionen führen, einem Krisenszenario, das nicht ausgemalt wird.“ Eine „Schwäche“ des Buches ist laut Rürup weiter, „dass es nicht die Frage stellt, wie – wenn nicht durch die EZB – von der Politik in der kurzen Frist Finanzmarktstabilität gewährleistet werden kann“.

 

 

 

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