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Mehr Starbucks Plörre

Starbucks wil die US-Kaffee-Pappbecher-Kultur in Deutschland voran treiben. Mit bis zu 500 Filialen will der Plastik-Plörre Anbieter Plätze und Straßen in Deutschland verschandeln. - Starbucks: Heute sind es nur 150 Filialen, die auch noch Verluste machen. „Das ändern wir jetzt“.


Die US-Kaffeehauskette Starbucks will den deutschen Markt aufrollen. „Deutschland hat meiner Meinung nach Potenzial für 500 Filialen“, sagte Starbucks-Europachefin Michelle Gass der „Welt am Sonntag“. Die Pläne sind ambitioniert. Deutschland ist einer der schwierigsten Märkte für Starbucks. Als vor zehn Jahren in Berlin die erste Filiale eröffnet wurde, strebte Starbucks 200 Läden an. Heute sind es immer noch nur 150, die auch noch Verluste machen. „Das ändern wir jetzt“, sagte Gass.

 

Die 44-jährige Amerikanerin führt seit einem Jahr die Konzerngeschäfte für Europa und Nordafrika von London aus. Ihre Position wurde im vergangenen Jahr neu geschaffen, um endlich das schwächelnde Europageschäft auf Vordermann zu bringen. Der Posten gilt als Bewährungsprobe für Gass, die als potenzielle Nachfolgerin für Starbucks-Chef Howard Schultz gilt.

 

Für Deutschland plant Gass eine neue Standortstrategie: „In den Gesprächen mit deutschen Kunden habe ich herausgefunden, dass wir an den falschen Standorten sind.“ Die meisten deutschen Starbucks-Filialen liegen in Einkaufszonen. „Stattdessen müssen wir mehr Läden eröffnen auf den täglichen Wegen der Menschen von zu Hause bis in ihr Büro.“ Viele neue Läden sollten zum Beispiel in Bahnhöfen eröffnet werden . „Als Amerikanerin hat es mich übrigens total umgehauen, wie viele Menschen in Europa öffentliche Verkehrsmittel benutzen.“

 

Ebenfalls in Planung seien Drive-In-Filialen, bei denen Autofahrer auf dem Weg ins Büro oder zu anderen Terminen ihren Kaffee im Vorbeifahren kaufen können.  „Es ist noch nicht spruchreif, aber wir wollen schon bald den ersten Drive-in-Starbucks in Deutschland eröffnen.“ Die weitverbreitete Meinung, solche Läden würden in Europa nicht funktionieren, hält Gass für Blödsinn. „Bislang haben wir in Europa nur zehn, aber diese Läden gehören zu den Filialen mit dem höchsten Umsatz in der Region.“

 

Zu den Gerüchten, sie werde bald Konzernchef Schultz ablösen, wollte Gass sich nicht klar äußern: „Jetzt lassen Sie mich doch erst einmal in Europa aufräumen, dann sehen wir weiter.“

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