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Deutsche Bank Liborgate: Anshu kommt nicht

Anshu Jain kommt nicht zu Libor-Ausschuss. Stephan Leither, neuer Vorstand der Deutschen Bank für Recht, Personal und Europa geht zu Anhörung.


Die Deutsche Bank wird nach Informationen der Financial Times Deutschland (Donnerstagsausgabe) nicht ihren Co-Vorstandschef Anshuman Jain zur Anhörung im Bundestags-Finanzausschuss in Sachen Libor schicken. Stattdessen werde in Berlin Stephan Leithner Rede und Antwort stehen. Leithner ist neu im Vorstand der Bank und zuständig für Recht (Legal Risk), Personal und Europa. Er sei dafür zuständig aufzuklären, welche Rolle die Deutsche Bank bei den vermeintlichen Zinsmanipulationen gespielt hat, heißt es. Allerdings hatte Jain in seiner Zeit als Spartenchef des Investmentbankings die personelle Verantwortung dafür inne, dass einige seiner Händler mutmaßlich Teil des Betrugskartells waren.

 

Das öffentliche Fachgespräch ist für den 28. November 2012 terminiert. Eine Einladung zu einem Fachgespräch ist nicht bindend, Jain könnte also jederzeit absagen oder einen Vertreter schicken. Auch der Ex- Risikochef der Deutschen Bank, Hugo Bänziger, steht auf der Liste der Experten, die der Finanzausschuss geladen hat, daneben Vertreter der BaFin, der Bundesbank und des WestLB-Überbleibsels Portigon. Die Commerzbank ist nicht in die Liboraffäre verwickelt. Allerdings steht noch nicht fest, ob es bei der Findung des Euribors immer mit rechten Dingen zugegangen ist.

 

Seit Monaten ermitteln Behörden gegen Großbanken. Sie sollen zwischen 2005 und 2009 Referenzzinssätze wie Libor und Euribor manipuliert zu haben, um ihre tatsächlichen Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne einzustreichen. Die Zinssätze beruhen auf den von außen bislang kaum nachprüfbaren Angaben der Banken zu den Zinsen, die sie am Geldmarkt zahlen müssen. Auf dem Libor beruhen Finanztransaktionen im Volumen von 500 000 Mrd. Dollar.

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