Franzose Moscovici für Vorsitz der Euro-Gruppe im Gespräch. Finanzminister könnte Nachfolger des Luxemburgers Juncker werden. - Starker Euro sorgt für sinkende Edelmetall-Preise.
Der französische Finanzminister Pierre Moscovici hat gute Chancen, Nachfolger des Luxemburger Ministerpräsidenten Jean-Claude Juncker als Chef der Euro-Gruppe zu werden. Nach Informationen der Financial Times Deutschland (Mittwochausgabe) haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Francois Hollande bereits über diese Top-Personalie im Euro-Raum gesprochen. Juncker hatte am Montagabend während der Sitzung der Euro-Gruppe angekündigt, dass er sein Amt möglichst bald abgeben will.
Merkel und Hollande hatten nach FTD-Informationen zufolge bereits im Juli bei einem Treffen in Reims vereinbart, dass der Posten in den nächsten Jahren von Deutschland und Frankreich im Wechsel besetzt werden sollte. Zunächst war geplant, dass Schäuble Nachfolger Junckers werden sollte und Moscovici ihm dann nach einer offiziellen Amtszeit von zweieinhalb Jahren gefolgt wäre. Allerdings hätte Schäuble bei einer Wahl Anfang des Jahres nur ein gutes halbes Jahr Amtszeit bis zur Bundestagswahl. Ob er danach noch Minister ist hängt von der nächsten Koalition ab. Die Abmachung sei nun so verändert worden, dass erst Moscovici und dann ein Deutscher den Posten übernehme. In der Bundesregierung wurden diese Informationen nicht bestätigt.
Sowohl Moscovici wie Schäuble stoßen aber bei anderen Finanzministern auf Bedenken. Aus Teilnehmerkreisen der Euro-Gruppe hieß es, Schäuble habe viele seiner Kollegen in den vergangenen Monaten verärgert. Schäuble hatte Widerstand gegen Teile der geplanten Bankenunion geleistet und bei den Griechenland-Hilfen seine Taktik mehrfach verändert. Moscovici wiederum sei in den vergangenen Monaten eher zurückhaltend aufgetreten und habe einen schwachen Eindruck gemacht.
Gold und Silber verzeichneten heute drastische Einbussen. Als Grund wird die "Entspannung" beim Euro eingeführt. Andere Marktteilnehmer meinen allerdings auch, dass die sinkenden Edelmetall-Notierungen auf den Streit um das Fiscal Cliff zurückzuführen sind. Sollte es zu keiner Einigung kommen, droht in den USA und damit weltweit Rezession, was Rostoffpreise drücken könnte.



