Beinahe-Absturz einer Ryanair-Maschine auf dem Flughafen Memmingen. Etwa sieben Kilometer vom Flugplatz entfernt bemerkten die Piloten, dass sie in einer Höhe von 140 Metern viel zu schnell sanken.
Eine Maschine der irischen Billigfluglinie Ryanair ist nur knapp einer Katastrophe entkommen. Der Vorfall ereignete sich bereits am 23. September dieses Jahres beim Anflug einer Boeing 737 auf den Airport Memmingen, berichet DER SPIEGEL in seiner neuen Ausgabe.
Die Maschine mit 141 Menschen an Bord kam aus Manchester. Etwa sieben Kilometer vom Flugplatz entfernt bemerkten die Piloten, dass sie in einer Höhe von 140 Metern viel zu schnell sanken. Ihnen gelang es gerade noch, den Jet nach oben zu ziehen.
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung in Braunschweig stufte den Vorfall als „schwere Störung“ ein. Laut den Flugschreiberdaten ertönte im Cockpit um 16 Uhr 39 und 42 Sekunden die automatische Warnstimme „Terrain, Terrain. Pull up“. Das Anflugmanöver gestaltete sich offenbar chaotisch.
Die Piloten hatten offensichtlich den Autopiloten mit einer falschen Höhenangabe programmiert. Die Maschine fiel zwischenzeitlich mit einer Sinkrate von fast 1000 Metern pro Minute gen Boden. Der Pilot gibt an, unter Zeitdruck gestanden zu haben. Um eine knapp 30-minütige Verspätung aufzuholen, habe man sich dazu entschieden, die Landebahn von einer anderen Richtung als geplant anzufliegen. So wollte man am Boden Zeit beim Rollen zum Gate sparen.
Stephen McNamara, Head of Communications bei Ryanair dazu:
“Der Ryanair Flug FR3214 war am 23. September 2012 auf dem Weg von Manchester nach Memmingen. Beim Landeanflug auf den Flughafen Memmingen verzeichneten die Piloten plötzlich unerwartet hohen Rückenwind. Die Besatzung entschied sich für ein Durchstarten des Jets, was völlig den Richtlinien von Ryanair entspricht. Nachdem das Durchstarten der Maschine bereits eingeleitet wurde, aktivierten sich die automatisch gesteuerten Warnsysteme. Die Crew beendete den Vorgang und landete kurze Zeit später völlig normal.
Der Vorfall wurde am 24. September 2012 an die IAA gemeldet und wird aktuell noch untersucht.“



