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EEG vertreibt Industrie

Niedrige Energiepreise locken deutsche Firmen in die USA. „Viele Industriekonzerne planen, wegen der niedrigen Energiepreise neue Fabriken nicht mehr in Europa, sondern in den USA zu bauen“.

 

Unternehmenschefs sehen den Produktionsstandort Deutschland durch die niedrigen Energiepreise in den USA in Gefahr. Sie betragen dort inzwischen nur noch ein Drittel des Niveaus in Deutschland. „Das kann dramatische Folgen für die Wettbewerbsfähigkeit des produzierenden Gewerbes haben“, sagte Axel Heitmann, Chef des Chemiekonzerns Lanxess, dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Viele Industriekonzerne planen, wegen der niedrigen Energiepreise neue Fabriken nicht mehr in Europa, sondern in den USA zu bauen“, sagte Gisbert Rühl, Chef des Stahlhändlers Klöckner, dem Handelsblatt. „Wir reagieren darauf und planen selbst neue Geschäftseinheiten in den USA.“

Attraktiv ist eine Produktion in den USA vor allem für Unternehmen aus energieintensiven Branchen wie der Stahl- und Aluminiumproduktion oder der Chemie. „Wir wollen unsere Produktion in Deutschland behalten, aber hier ist die Politik gefordert, damit wir das auch langfristig können“, fordert Heitmann.

Ihren Unmut äußerten die Unternehmenschef in Davos auch in einem Gespräch mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler. „Die Sorgen unserer Industrie, dass der Standort Deutschland durch hohe Energiepreise geschwächt werden könnte, sind nicht unbegründet“, sagte Rösler dem Handelsblatt. „Wir alle sollten die Warnungen ernst nehmen.“ Erste Unternehmen hätten bereits entschieden, Investitionen ins Ausland zu verlagern. Rösler mahnte, die Energiewende dürfe nicht dazu führen, dass besonders Unternehmen mit energieintensiver Produktion in Rückstand geraten. „Unsere Industrie ist die Basis für Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung. Das darf nicht gefährdet werden, etwa durch eine Verknappung der Emissionszertifikate, die zu höheren Kosten für die Unternehmen führt“, sagte er.
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