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Betteln steuerfrei

Der Bettler hats gut: Die Einnahmen sind steuerfrei und die Deutschen sind spendabel:  Die meisten geben Bettlern Geld. Geringverdiener sind großzügiger als Wohlhabende. - Göring-Eckardt: Jeder vierte Deutsche ist arm.

 

Eine knappe Mehrheit der Bundesbürger (53 Prozent) gibt nach eigenen Angaben Bettlern Geld. 46 Prozent tun dies nicht. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage von BILD am SONNTAG, für die das Emnid-Institut 500 Personen ab 14 Jahren interviewt hat.

Westdeutsche und Frauen sind ein wenig spendabler als Männer und Ostdeutsche. Während 53 Prozent der Befragten in den alten Bundesländern sagen, dass sie Bettlern Geld zustecken, sind es in Ostdeutschland 2 Prozent weniger. 54 Prozent der Frauen geben Bettlern Geld, hingegen nur 51 Prozent der Männer.

Am großzügigsten sind Personen ab 60 Jahren und Menschen mit geringem Einkommen. 58 Prozent der Senioren und 59 Prozent der Bundesbürger mit einem Monatseinkommen von weniger als 1000 Euro netto unterstützen nach ihren Angaben Menschen, die um Geld betteln.

 
Göring-Eckardt: Jeder vierte Deutsche ist arm

Die Spitzenkandidatin der Grünen für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, hat der Bundesregierung die Verharmlosung der Armut in Deutschland vorgeworfen. „Die Regierung versucht, das tatsächliche Ausmaß der Armut in Deutschland zu verschleiern“, sagte Göring-Eckardt in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). In dem Armuts- und Reichtumsbericht, den das Kabinett am Mittwoch beschließen will, sei von 15 Prozent Armen die Rede. „Die Zahl ist aber geschönt. Wenn ich alles zusammenzähle, ist bis zu einem Viertel der Bevölkerung von Armut betroffen“, fügte Göring-Eckardt hinzu. Dazu zählten Menschen, die geringe Chancen hätten, von Armut bedroht seien oder tatsächlich in Armut lebten.

In dem Interview verteidigte Göring-Eckardt zugleich das am Freitag vorgestellte Wahlprogramm der Grünen, das umfangreiche Steuererhöhungen vorsieht. Die Anhängerschaft der Partei sei bereit, für den gesellschaftlichen Zusammenhalt mehr zu zahlen, betonte sie. „Unsere Wähler leisten auch dann einen größeren Beitrag, wenn sie sehen, dass daraus ein Nutzen für die Gesellschaft erwächst. Das unterscheidet unsere Anhänger von denen anderer Parteien“, sagte Göring-Eckardt.
 
Um den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung war es im Vorfeld zu Auseinandersetzungen zwischen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) gekommen. In der Ursprungsversion hatte es geheißen, die Privatvermögen seien in Deutschland sehr ungleich verteilt. Deshalb prüfe die Regierung, wie „privater Reichtum für die nachhaltige Finanzierung öffentlicher Aufgaben herangezogen werden kann“. Beide Sätze wurden auf Druck der FDP gestrichen. Wegen des Streits wurde der Kabinettsbeschluss mehrfach verschoben.
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