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Italien Euro Exit?

Ökonomen warnen: Euro-Austritt Italiens könnte Ende der Euro-Zone zur Folge haben. Commerzbank: Italien Beitritt Schmu.

 

Ökonomen in Deutschland haben vor Spekulationen über einen Austritt Italiens aus der Euro-Zone gewarnt. „Ein Exit Italiens ist nicht ausgeschlossen, könnte aber, anders als bei einem Austritt Griechenlands oder Portugals das Ende der Euro-Zone insgesamt zur Folge haben“, sagte Ansgar Belke, Inhaber des Lehrstuhls für Volkswirtschaftslehre an der Universität Duisburg-Essen, Handelsblatt Online. Gegen einen Exit Italiens spreche, dass dem Land hinreichend Ressourcen zur Verfügung stehen, um sich gegen eine Schuldenkrise zu stemmen. „So ist der private Sektor in Italien anders als in Spanien, Portugal und Griechenland vergleichsweise wenig verschuldet“, sagte Belke. „Anders als Griechenland kann Italien seiner Bevölkerung mehr Einsparungen und höhere Steuern zumuten.“

Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, wies darauf hin, dass Italien 1999 der Währungsunion habe beitreten dürfen, obwohl das Land einen viel höheren Schuldenstand hatte, als nach dem Maastricht-Vertrag erlaubt. „Insofern hätte es nicht Mitglied der Währungsunion werden dürfen“, sagte Krämer Handelsblatt Online. Zudem wär es nach der Erfahrung der Staatsschuldenkrise es erst recht besser gewesen, Italien wäre nicht beigetreten. „Aber diese politische Fehlentscheidung rückgängig zu machen, ist leider sehr gefährlich“, warnte Krämer. Es sei daher etwas dran an der These, dass die Währungsunion eine „Schicksalsgemeinschaft“ sei.

Belke warnte zudem davor, Italien mit Ländern wie Griechenland gleichzusetzen. Zwar leide das Land unter einer Vertrauens- und Liquiditätskrise, doch hinsichtlich aller Kriterien weise es eine „bessere Startposition“ auf. Die italienischen Banken seien „relativ gesund“ und Italiens Haushaltsüberschuss ohne Beachtung der Zinslast entwickle sich zufriedenstellend. „Ohne die hohe durchschnittliche Laufzeit der Staatsanleihen würde sich der Teufelskreis steigender Zinsen tendenziell noch stärker beschleunigen“, erläuterte der Wirtschaftsprofessor.

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