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Banken: Zypern Pleite kein Problem

Banken-Chefvolkswirte widersprechen EZB: Zypern-Krise keine Gefahr für die Euro-Zone. Commerzbank: „Zypern hat vermutlich nicht das Potenzial, die Währungsunion zu destabilisieren“.


Die Hängepartie um Zypern stellt nach Einschätzung führender Ökonomen in Deutschland keine Gefahr für die Euro-Zone dar. Sie widersprechen damit dem Direktoriumsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Jörg Asmussen, der erklärt hatte, dass eine Pleite Zyperns und seiner Banken „indirekte Folgen für die Euro-Zone als Ganzes“ hätte und damit die Sorgen über die Umkehrbarkeit des Euro wiederkehrten. 


Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, erklärte die geringfügige Relevanz Zyperns damit, dass sich die Forderungen ausländischer Banken gegenüber Zypern auf rund 50 Milliarden Euro summierten, was lediglich 0,17 Prozent aller grenzüberschreitenden Bankforderungen weltweit entspreche. Die Staatsschuld Zyperns in Höhe von 14 Milliarden Euro sei verglichen mit anderen Ländern ebenfalls gering. „Zypern hat vermutlich nicht das Potenzial, die Währungsunion zu destabilisieren“, sagte Krämer Handelsblatt Online. 


Der Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier, hält Zypern ebenfalls für nicht systemrelevant. „Zwar besteht eine enge Verflechtung mit dem griechischen Bankensystem, aber die sonstigen Abhängigkeiten mit dem europäischen Bankensystem rechtfertigen aus meiner Sicht nicht den Status der Systemrelevanz“, sagte Bielmeier Handelsblatt Online. Im Fall Zyperns gehe es vielmehr um die Frage, ob man auch ein kleines Euro Land vor einem „Default“ schützen solle. „Aus meiner Sicht sollte man dies, da ansonsten die Frage aufgeworfen werde würde, bis zu welcher Größe ein Euro-Land schützenswert ist.“ Die bislang unterstellte und nicht in Frage gestellte Integrität des Euro-Raumes sollte aus Sicht Bielmeiers nicht angetastet werden, „da ansonsten das Investorenvertrauen nachhaltig gestört werden dürfte“. 


Der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, er! klärte, dass Zypern an den Märkten als „nur bedingt systemrelevant“ angesehen werde. „Die potenziellen Ausfälle sind verkraftbar, eventuellen Liquiditätsbedarf des europäischen Bankensystems wird die EZB befriedigen“, sagte Kater Handelsblatt Online. Die „politische Systemrelevanz“ Zyperns sei hingegen größer. Schließlich sei die bisherige Aussage der europäischen Politik gewesen, dass der Euro mit allen jetzigen Mitgliedern erhalten bleibe. „Allerdings wird auch an den Märkten das zyprische Problem des immensen Bankensektors in Relation zur Größe der Volkswirtschaft als extremer Sonderfall gesehen, der so in keinem anderen Mitgliedsland existiert“, betonte Kater. 


Vor diesem Hintergrund wäre nach Katers Überzeugung „ein Ausscheren Zyperns aus dem europäischen Verbund zwar eine politische Niederlage für die Europäische Union, würde allerdings nicht automatisch den Euro an sich infrage stellen“. Er erwarte für diesen nach wie vor unwahrscheinlichen Fall „kurzzeitige Marktturbulenzen, auf die jedoch eine Stabilisierung folgt“.

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