"Zypern" sei ein Ausnahmefall - versprachen Politiker lautstark. Doch keine zwei Wochen später ist das Gegenteil der Fall: "Zypern" war der Anfang. Schon bald müssen alle Sparer um ihr Geld bangen - wenn sie es bei einer Bank haben.
„Jede Kriegsführung basiert auf Täuschung“ (Sunzi, chinesischer General, Militärstratege und Philosoph, um 500 v. Chr., aus: „Die Kunst des Krieges“)
von Michael Mross
Schäuble sagt es.
Trittin sagt es.
Bundesbank-Präsident Weidmann sagt es.
Euro-Gruppen-Boss Dijsselbloem sagt es.
Bei zukünftigen Bankpleiten werden auch die Sparer bluten.
Das ist zwar das genaue Gegenteil von dem, was man direkt nach "Zypern" aus Politikermund hörte. Anfangs hieß es nämlich noch, "Zypern" sei ein absoluter Ausnahmefall. Doch die Beruhigungspille währte nur kurze Zeit.
Wie immer, wenn's um den Euro geht, werden Gesetze gebrochen, Vereinbarungen ignoriert, Versprechungen verdreht. Auf einmal wird zur Normalität, was noch vor zwei Wochen heftig dementiert wurde: Sparer haften für ihre Banken.
Angesichts dieser Aussagen muss man sich wirklich wundern, dass es noch nicht zu einem Bankrun gekommen ist. Wie lange werden die Sparer noch warten? Wie lange werden sie diesen Aussagen noch vertrauen: "Die Spareinlagen sind sicher"?
Wer soll denn noch das Versprechen ernst nehmen, dass es "Kleinsparer" nicht treffen werde? Gab es in Zusammenhang mit der Euro-Krise je eine einzige Zusage die auch eingehalten wurde? Wohl kaum. Die sogenannte Euro-Rettung ist ein einziges Lügengebilde, welches am Ende zur totalen Vermögensvernichtung in Deutschland führt. Das ist die einzige Wahrheit.
Mit dem Köder, dass Einlagen über 100.000 Euro sicher seien und es nur die "Reichen" treffe, versuchen die Blockparteien die Menschen zu beruhigen und bedienen sich dabei der gelben Galle des Sozialneides. Nicht nur ein primitiver, sondern auch ein naiver Schachzug.
Die Ansage der Politik, dass Bankeinlagen ab 100.000 Euro nicht mehr sicher sind, ist nicht nur ein "Spiel mit dem Feuer", sondern es ist glatter Selbstmord. Denn nur ein paar Reiche müssen ihr Geld von den Banken abziehen, um das fragile Bankeinlagen-Pyramiden-Spiel zum Einsturz zu bringen. Wenn das große Kapital flieht, bleibt für die "Kleinsparer" nichts mehr übrig. Dank fraktionalem Banksystem genügt der Abzug von 5% der Einlagen, um eine Bank kippen zu lassen. Geschieht dies flächendeckend, kollabiert das gesamte Geldsystem.
Doch dies zu verstehen, dazu fehlt den Politkern die nötige Intelligenz. Oder sie ignorieren bewusst die Konsequenzen in dem billigen Unterfangen, damit Wählerstimmen zu kaufen. "Die Reichen schröpfen" kommt beim Wahlvieh immer gut an.
Doch damit sägen die Politiker am eigenen Stuhl, von dem aus sie ihre Macht ausüben. Und wahrscheinlich ist ihnen nicht bewusst: Wenn dieses System bricht und die Menschen alles verlieren, dann wird kein Politiker und kein Banker mehr seines Lebens sicher sein. Wie sagte Ex-BaFin-Chef Jochen Sanio bereits 2011 in Zusammenhang mit der "Griechenland-Rettung" vor Abgeordneten des Bundestages: "Sonst kommen die Steuerzahler und hängen uns alle auf”.
Wenn die Menschen feststellen, dass ihr Geld auf der Bank verloren ist, dann wird es ernst. Das werden die Politiker und die Verantwortlichen zur gegebenen Zeit spüren.



