Hoeneß zahlte bereits knapp sechs Millionen Euro als Abschlagszahlung auf seine Steuerschuld. Chef der Steuergewerkschaft: "Er hat mindestens zehn Millionen Euro Einnahmen nicht angegeben". Trittin greift Bundesfinanzminister Schäuble an, Gabriel erhebt Filz-Vorwürfe gegen die CSU. Beckenbauer: "Ich kann Uli nur die Daumen drücken, dass es gut ausgeht".
Der Präsident von Bayern München, Uli Hoeneß hat in seiner Steuer-Affäre nicht nur eine Selbstanzeige erstattet, sondern auch knapp sechs Millionen Euro als Abschlagszahlung auf seine Steuerschuld entrichtet. Das berichtet BILD am SONNTAG unter Berufung auf die bayerische Justiz. In der bayerischen Staatsregierung hieß es, der Fall Hoeneß habe eine "schwer wiegende Größenordnung".
Der Chef der Deutschen Steuer-Gewerkschaft, Thomas Eigenthaler, folgert aus der Höhe der Abschlagszahlung, dass "Hoeneß mindestens zehn Millionen Euro Einnahmen nicht angegeben hat".
Hoeneß begründete seine Selbstanzeige mit dem Scheitern des Deutsch-Schweizer Steuerabkommens im vergangenen Dezember. Dazu erklärte Steuer-Gewerkschaftschef Eigenthaler gegenüber BILD am SONNTAG: "Hoeneß hat zu hoch gepokert." Wäre es zu dem Steuerabkommen mit der Schweiz gekommen, hätte niemand von seinem Schwarzgeld-Konto erfahren. Jetzt müsse Hoeneß die Steuer nachzahlen, plus sechs Prozent Zinsen pro Jahr. Und nicht nur das: "Ob er straffrei bleibt, muss jetzt sauber geprüft werden", so Eigenthaler. "Die Behörden werden schauen, ob er für die letzten zehn Jahre alles vollständig nacherklärt hat."
Der grüne Spitzenkandidat Jürgen Trittin greift Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wegen dessen Eintreten für das Steuerabkommen mit der Schweiz an: "Ginge es nach Wolfgang Schäuble, würden Leute wie Uli Hoeneß noch immer ihre Gelder anonym in der Schweiz horten", so Trittin zu BILD am SONNTAG.
SPD-Chef Sigmar Gabriel mahnt vor einer Vorverurteilung der Bayern-Legende: "Ob Uli Hoeneß zu den Steuersündern gehört oder nicht, muss die Justiz klären. Er hat das Recht auf ein faires Verfahren." Massive Vorwürfe macht er hingegen der CSU, "die dort mehr als 50 Jahre regiert und in dieser Zeit einen weiß-blauen Filz geschaffen hat, den man endlich beseitigen muss".
Bayern-Ehrenpräsident Franz Beckenbauer sagte zu BILD am SONNTAG: "Ich kann Uli nur die Daumen drücken, dass es gut ausgeht."



