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Woche der Crashs

Der Gold-Crash und der DAX Mini-Mini-Crash zeigen, dass die Nervosität im Markt stark zunimmt. Das deutet darauf hin, dass bald die Trendwende kommt, wenngleich das endgültige Signal noch fehlt.

 

von Carsten Englert

Die vergangene Woche hatte es in sich, vor allem für Gold-Anleger. Das Tempo, mit dem Gold (und Silber) am Freitag und Montag nach unten stürzten war schon atemberaubend! Innerhalb von nur zwei Handelstagen stürzte der Kurs in der Spitze um gut 15 Prozent ab! Da kann man getrost schon von einem Gold-Crash sprechen. Doch warum crashen Gold und Silber Nun, diese Frage ist schwierig zu beantworten. Eine gewichtige Rolle dürfte spielen, dass die Spekulation im Markt nicht endet, dass die US-Notenbank bereits Ende des Jahres den Geldhahn zudrehen könnte. Allerdings kann das nicht einen Crash in diesem Tempo erklären, zumal die Bank of Japan ja genau das Gegenteil macht und die Geldschleusen noch viel weiter öffnet, als es derzeit in den USA der Fall ist. Die Notenbanken waren übrigens auch die größten Verlierer des Crashs. Im Tief verloren die Reserven der Zentralbanken 426 Milliarden Euro an Wert!! Zum Vergleich: Damit könnte man Griechenland komplett entschulden und hätte immer noch gut 100 Milliarden übrig. Wahlweise könnte man auch Irland und Portugal damit komplett entschulden.

Das Argument, dass die Krisenwährung nicht mehr gebraucht wird, da die Krisen bewältigt sind, greift auch nicht. Denn es kann überhaupt keine Rede davon sein, dass die Schuldenkrise in der Eurozone behoben ist. Vielmehr ist klar, dass mittelfristig weitere Schuldenkrisen hinzukommen werden (USA, Japan). Vielmehr ist der Crash drauf zurückzuführen, dass Anleger ihre ETFs und ETCs in Massen verkaufen. Doch warum diese das tun, dürfte natürlich auch viele verschiedene Gründe haben und wird dann auch zu einem sich verselbstständigen Momentum, da immer mehr Stopps abgeholt werden und immer mehr Anleger aus Panik aus Gold und Silber flüchten. Ob die Berichte über Marktmanipulationen durch die Banken dabei auch eine Rolle spielen? Gut möglich! Wahrscheinlich war es am Ende des Tages wohl einfach so, dass der Goldpreis heiß gelaufen war und der ganze Mittelzufluss und ETFs den Preis zu schnell zu stark aufgepumpt hatte.

Einen Mini-Mini-Crash hat auch der DAX am Mittwoch zu Handelsbeginn erlebt. In weniger als einer Stunde ging es um gut 200 Punkte abwärts. Einige Medien schrieben bereits von einem Flash-Crash. Doch das ist vorsichtig ausgedrückt Blödsinn! Denn die Mutter aller Flash-Crashs, das war im Mai 2010 der Flash-Crash im Dow Jones Damals ging es innerhalb von fünf Minuten um 1.000 Punkte abwärts und ebenso schnell aber auch wieder hoch. Damit sind diesmal zwei entscheidende Kriterien für einen Flash-Crash nicht gegeben: Der Einbruch war nicht stark genug und vor allem haben sich die Kurse danach nicht wieder erholt. Im Gegenteil, erst ging es weiter runter, aktuell notieren wir auf dem Niveau des Tiefs nach dem Einbruch. Beide Ereignisse dieser Woche sind dem Anschein nach nur schwer erklärlich. Eine zufriedenstellende Erklärung, was genau jetzt der Auslöser war, kann keiner geben. Doch zeigen der Gold-Crash und der DAX Mini-Mini-Crash, dass die Nervosität im Markt stark zunimmt. Das deutet darauf hin, dass bald die Trendwende kommt, wenngleich das endgültige Signal noch fehlt.

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