BDI-Chef Grillo warnt vor Steuererhöhungen und den Grünen. Die geplante grüne Vermögensabgabe gehe „zulasten von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen“. - „Das Ende des Euro würde unserer Wirtschaft massiv schaden. Deshalb sollte man sehr vorsichtig sein mit dem Ruf nach der D-Mark“.
Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Ulrich Grillo, warnt eindringlich vor höheren Steuern. „Wenn die Politik einfach nur so noch mehr Mittel aus dem Wirtschaftskreislauf zieht, wird sie diesem Land schaden“, sagte er im Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wenn in Sonntagsreden alle Politiker sagen, wie wichtig die Industrie sei, dürfen sie ihr am Montag nicht weitere Steine auf die Schultern packen.“
Vor allem die Grünen kritisiert Grillo stark: Die Partei habe „ein Programm verabschiedet, das Unternehmen nicht stärker macht, sondern schwächer. Die grünen Steuerpläne sind gefährlich für unser Land.“ Das Programm „ist wirtschaftsfeindlich und ungerecht gegenüber der Mittelschicht“. Die geplante grüne Vermögensabgabe gehe „zulasten von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen“, sagte er der WirtschaftsWoche. „Unsere Wettbewerbsfähigkeit ist kein Selbstläufer. Wir dürfen sie nicht leichtfertig riskieren.“
„Wachstum auf Pump“ in der EU muss aufhören
Grillo unterstützt die Sparpolitik der Bundesregierung zur Bekämpfung der Eurokrise. „Wachstum auf Pump ist Wachstum ohne Wert“, sagte in dem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Es ist nicht nachhaltig, wenn das Geld in den Konsum fließt. Die Währungsunion kann auf die Dauer nur mit gesunden Haushalten bestehen.“
Trotz erster Erfolge dürften die Krisenländer jetzt nicht nachlassen. „Wir müssen in der Tat aufpassen, dass der Reformdruck nicht abnimmt“, warnte Grillo in der WirtschaftsWoche. „Es ist gut, dass die Krisenländer ihre Reformen nicht mit dem Rücken zur Wand in blanker Panik beschließen müssen, sondern ein bisschen Luft bekommen, um die richtigen Entscheidungen zu treffen. An Reformen selbst führt kein Weg vorbei.“
Grillo warnte zudem vor den Folgen einer zerbrechenden Währungsunion: „Das Ende des Euro würde unserer Wirtschaft massiv schaden. Deshalb sollte man sehr vorsichtig sein mit dem Ruf nach der D-Mark“, sagte er.



