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Schweiz entschädigt Arbeitnehmer für Franken-Aufwertung

Die Entscheidung der SNB, den Mindestkurs Euro-Franken aufzugeben, hat einen regelrechten Tsunami in der internationalen Finanzindustrie ausgelöst – aber eben auch in der ...

Von Markus Fugmann

Die Entscheidung der SNB, den Mindestkurs Euro-Franken aufzugeben, hat einen regelrechten Tsunami in der internationalen Finanzindustrie ausgelöst – aber eben auch in der Schweiz selbst. Zahlreiche Firmen haben ihren Arbeitnehmern aufgrund der starken Franken-Aufwertung die zu leistenden Wochenstunden gekürzt – mit entsprechenden Verdienstausfällen vieler Arbeitnehmer. Nun hat die Schweizer Regierung den davon Betroffenen eine Entschädigung zugesichert: wie das Wirtschaftsministerium gestern bekannt gab, sie Entschädigungszahlungen, die aus Mitteln der Arbeitslosenversicherung finanziert werden sollen. Ziel der Regierung ist es, trotz der verschlechterten Perspektive für viele Schweizer Unternehmen Entlassungen zu vermeiden.

Besonders hart trifft es eidgenössische Maschinenbau-Unternehmen – laut Angaben eines Industrievertreters könnten 20% aller Firmen der Branche der starken Franken-Aufwertung zum Opfer fallen. Anders sieht das die Regierung selbst: Finanzministerin Eveline Widmer-Schlumpf geht davon aus, dass die Schweizer Wirtschaft in der Lage sei, die Abschaffung des Euro-Franken-Mindestkurses zu verkraften.

Anders hingegen beurteilt die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (Kof) die Lage: das Institut erwartet für das Jahr 2015 eine Rezession mit einer Schrumpfung von 0,5% – im Dezember ging man beim Kof noch von einem Wachstum von +1,9% aus. Für 2016 dürfte dann das Wachstum bei 0 liegen, so das Kof. Gleichwohl dürften die Preise weiter fallen und die Arbeitslosigkeit weiter ansteigen, gleichzeitig auch Investitionen und Konsum zurück gehen.

Ob daher die Entschädigung für von kürzeren Arbeitszeiten betroffene Arbeitnehmer ausreichen wird, um das Abgleiten in die Rezession zu verhindern, darf bezweifelt werden. Vermutlich dürfte die Regierung gezwungen sein, ein Konjunkturpaket aufzulegen, um die Auswirkungen der Franken-Aufwertung abzufedern – wie bereits im Jahr 2011 (also vor Einführung der Euro-Franken Untergrenze von 1,20). Damals pumpte die Regierung 870 Millionen Franken in die Arebitslosenversicherung und in die Tourismusindustrie.

In einem aber sind sich fast alle Schweizer einig: die Notenbank müsse nun dafür sorgen, dass der Franken nicht weiter aufwerte. Die Preise, so Äußerungen aus der Tourismusbranche, will man jedenfalls nicht senken..

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