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D: Weltrekord im Export

Deutschland steigert Kapitalexporte auf neuen Rekord.  Der Überschuss der Leistungsbilanz stieg um rund 30 Milliarden Euro auf knapp 220 Milliarden Euro. Das entspricht 7,5 Prozent der Wirtschaftsleistung.

 

 Von Ifo Institut

Nach Berechnungen des ifo Instituts hat Deutschland im Jahr 2014 einen neuen Weltrekord bei den Kapitalexporten erzielt. Der Überschuss der Leistungsbilanz stieg um rund 30 Milliarden Euro auf knapp 220 Milliarden Euro. Das entspricht 7,5 Prozent der Wirtschaftsleistung. Diese Entwicklung wurde getrieben von den Warenexporten. Die anderen Teile der Bilanz (zum Beispiel Dienstleistungen und Zinseinkommen aus dem Ausland) haben per saldo wohl leicht negativ gewirkt. Denn die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank hat Deutschlands Kapitaleinkommen aus dem Ausland erheblich gebremst.

 

Mit umgerechnet rund 285 Milliarden US-Dollar dürfte der deutsche Wert der Kapitalexporte abermals deutlich vor China gelegen haben, das im abgelaufenen Jahr etwa 150 Milliarden US-Dollar Überschuss erwirtschaftet haben dürfte. Auf Rang drei folgt mit einigem Abstand das Ölland Saudi-Arabien. Damit ist Deutschland auch das Land mit dem zweitgrößten Nettoauslandsvermögen nach China.

 

Der größte Teil des Jahresüberschusses entstand bei den Güterexporten mit rund 170 Milliarden Euro bei Ländern außerhalb des Euroraums. Nachdem die Leistungsbilanz mit China 2013 erstmals seit der Wiedervereinigung im Plus war, erhöhte sich dieser Wert 2014 sogar auf rund 4,5 Milliarden Euro.

 

Eine Ursache für den Überschuss in der Leistungsbilanz liegt in der guten Konjunkturlage in wichtigen Abnehmerländern wie den USA und Großbritannien. Zudem musste Deutschland wegen des Preisverfalls gegen Jahresende deutlich weniger für Ölimporte bezahlen.

 

Für das neue Jahr zeichnet sich eine Fortsetzung ab. Angesichts des niedrigen Ölpreises und einer weiter aufwärtsgerichteten Konjunktur in wichtigen Abnehmerländern außerhalb des Euroraums dürfte sich der Leistungsbilanzüberschuss noch erhöhen auf rund 240 Milliarden Euro. Zudem stützt der schwache Euro die Exporte. Damit wird der Nettokapitalexport im laufenden Jahr voraussichtlich auf 8 Prozent der Jahreswirtschaftsleistung steigen.

 

Leistungsbilanzüberschüsse messen laut Definition jenen Teil der Ersparnis eines Landes, der nicht im Inland investiert wird. Die knapp 220 Milliarden Euro, die 2014 ins Ausland transferiert wurden, entsprechen in etwa jedem dreizehnten Euro, der im vergangenen Jahr im Inland erwirtschaftet wurde.

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