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D-Wirtschaft befürchtet Total-Schaden mit Russland

Gesamtmetall-Präsident warnt vor dauerhafter Schädigung der Handelsbeziehungen zu Russland. Andererseits aber knickt er vor den Politikern ein: „Das muss die Politik beurteilen, die in dieser Frage das Primat des Handelns hat.“

 

Die deutsche Wirtschaft hofft auf einen Erfolg der Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt. "Es gibt in dieser Auseinandersetzung bisher nur Verlierer. Daher begrüße ich die Friedensinitiative von Kanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande sehr“, sagte der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Rainer Dulger, dem Handelsblatt (Donnerstagausgabe).
Wichtig sei eine gesichtswahrende Lösung für Russland.

Die deutsche Wirtschaft, die mit rund 6.000 Firmen in Russland aktiv sei, spüre schon deutliche Konsequenzen der Sanktionen gegen Russland. Die Metall- und Elektroindustrie habe in den ersten elf Monaten 2014 einen Einbruch von mehr als 20 Prozent erlebt.

Zur Wirkung der Sanktionen äußerte sich Dulger zurückhaltend: „Das muss die Politik beurteilen, die in dieser Frage das Primat des Handelns hat.“ Er beobachte aber, dass die Popularität von Präsident Wladimir Putin in der russischen Bevölkerung eher gestiegen sei. Auch beteiligten sich wichtige Länder wie die Schweiz, die Türkei oder China nicht an den Strafmaßnahmen. „Wenn die EU meint, die Sanktionen verschärfen zu müssen, dann tragen wir das mit“, sagte der Gesamtmetall-Präsident. „Wir befürchten aber, dass die Handelsbeziehungen mit Russland dauerhaft beschädigt oder zerstört werden.“

Dulger begrüßte Merkels Vorschlag, im Fall eines Waffenstillstands über eine Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok zu reden und Moskau so einen Anreiz zu setzen, über den Handel wieder ins Gespräch zu kommen: „Das wäre nicht das erste Mal, dass dieser Weg verfeindete Parteien wieder zusammenbringt.“

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