Wäre ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro wirklich ein handhabbares Problem? Derzeit fokussieren sich die Märkte auf die Schulden des Staates Griechenlands, die derzeit bei 3...
Von Markus Fugmann
Wäre ein Ausscheiden Griechenlands aus dem Euro wirklich ein handhabbares Problem? Derzeit fokussieren sich die Märkte auf die Schulden des Staates Griechenlands, die derzeit bei 315 Milliarden Euro liegen (vorwiegend gegenüber der Eurozone und dem IWF).
Das eigentliche Problem aber sind die Banken Griechenlands. Sie haben Kredite im Umfang von 227 Milliarden Euro vergeben, halten 12,4 Milliarden an Schulden des griechischen Staates über Staatsanleihen und besitzen darüber hinaus Unternehemnsanleihen im Umfang von 25 bis 50 Milliarden Euro. Diese Kredite, Unternehmensanleihen udn Staatsanleihen müssten im Falle eines Grexit in Drachmen konvertiert werden – und da die Drachme mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit gegenüber dem Euro und anderen Währungen kollabieren würde, würde sich gleichzeitig diie Verschuldung der griechischen Banken, Unternehmen und Privatpersonen massiv erhöhen. Die Folge wäre der unmittelbare Kollaps der griechischen Banken. Auch die griechische Notenbank würde Bankrott gehen – davor aber würden die Griechen versuchen, ihre Konten bei den griechischen Banken leer zu räumen – ein Trend, der ohnehin schon lange im Gange ist.
Und die Eurozone? Die Verluste der EZB durch den Ausfall der von ihr gekauften griechischen Staatsanleihen müssten durch eine massive Kapitalerhöhung der europäischen Notzenbank aufgefangen werden – ein politisches Desaster. Die Folge wäre eine schwere Rezession in der Eurozone, die einsetzende Panik würde zu einer Austrocknung der Kreditvergabe führen. Mit einem Wort: der Grexit wäre der Lehman-Moment Europas. Ob die Verantwortlichen sich darüber wirklich im Klaren sind, ist stark zu bezweifeln..
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