DIW-Chef warnt vor Staatspleite Russlands durch SWIFT-Ausschluß. Eine solche Maßnahme könne „katastrophale Auswirkungen für das russische Finanzsystem haben und das Land in eine tiefe Finanzkrise stürzen“
Nach Einschätzung von Ökonomen in Deutschland könnte ein Ausschluss Russlands aus dem Interbankensystem Swift verheerende Konsequenzen nach sich ziehen. Eine entsprechende Forderung hatten die US-Senatoren John McCain und Lindsey Graham, EU-Parlamentarier und deutsche Politiker wie Grünen-Chef Cem Özdemir erhoben.
Eine solche Maßnahme könne „katastrophale Auswirkungen für das russische Finanzsystem haben und das Land in eine tiefe Finanzkrise stürzen“, sagte der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, dem Handelsblatt (Online-Ausgabe). „Die Konsequenz könnte nicht nur eine Bankenkrise, sondern ultimativ auch die Zahlungsunfähigkeit des russischen Staates sein.“
Aus Fratzschers Sicht wäre ein Swift-Ausschluss „der extremste Schritt von Wirtschaftssanktionen, der große Gefahren und Ungewissheiten“ berge. „Niemand kann verlässlich die Auswirkungen vorhersehen.“ Es sei zudem nicht klar, ob eine Verstärkung der Finanzsanktionen zu einem Einlenken oder eher zu einer Eskalation des Konfliktes in der Ukraine führen würde.
Der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, warnt vor Gegenreaktionen Russlands. Das Zahlungsverkehrssystem Swift sei eine Grundversorgung der Wirtschaft wie Verkehr oder Energie. „Ein Ausschluss Russlands wäre umgekehrt etwa gleichzusetzen mit einem Stopp der Öl- und Gaslieferungen aus Russland. Das könnte dann auch die Antwort auf einen solchen Schritt sein“, sagte Kater dem Handelsblatt (Online-Ausgabe).



