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Telepathie: die Magie des Unbewussten

Seit jeher zogen paranormale, also übersinnliche Phänomene die Menschen in ihren Bann. Als Mitglied der exakten Wissenschaften müsste die Parapsychologie reproduzierbare Ergebnisse liefern. Indes lassen sich Psi-Effekte nicht zuverlässig wiederholen. Viele sehen das gerade als Phänomen-typisch an. Eine Ignoranz bringt die Wissenschaft aber auch nicht weiter.


Hans-Jörg Müllenmeister

Fest steht: Telepathie zwischen Menschen oder gar zwischen Mensch und anderen Lebewesen funktioniert, unabhängig von räumlicher Entfernung, sogar losgelöst von der Zeit. Die Kardinal-Fragen sind, welche Übertragungsmechanismen wirken bei der Telepathie; ist Telepathie erlernbar; gibt es dazu Experimente; gab und gibt es tatsächlich Menschen mit nachweislich paranormalen Fähigkeiten? Dieses Faszinosum wollen wir hier ergründen, wollen eintauchen in eine kontroverse, ja spannende Thematik.


Wo versteckt sich das Psi-Phänomen?

Dass es übersinnliche Erscheinungen gibt, glauben 87% der Bundesbürger. Aber wo sind die wissenschaftlichen Beweise für Psi-Phänomene? Der Skeptiker will ja den Nachweis für Phänomene wie Fernheilung, Fernwahrnehmung, Gedankenübertragung, also Telepathie, Vorahnungen oder die Kraft des Geistes über die Materie (Telekinese). Aber allein schon die Beschäftigung mit Psi-Phänomenen wird von vielen als unwissenschaftlich abgetan.


Ja, es gibt eine Wahrnehmung außerhalb unserer Sinneswelt, aber zur Zeit kann die Physik nicht beweisen, wie die Psyche auf materielle Systeme einwirkt. Einige Parapsychologen sind davon überzeugt, dass jeder Mensch Teil eines unsichtbaren Energienetzes ist, das alle Lebewesen miteinander verbindet. In einer Modellvorstellung könnten wir alle in einem Art Kristallgitter gefangen sein, in dem jedes Individuum darin eine Position einnimmt?


Eine Pflanze erlebt ihr schreckliches Verdun (Backster-Effekt)

Die eindrucksvollen Lügendetektor-Experimente des Cleve Backster – ein führender amerikanischer CIA-Vernehmungsspezialist – brachten es an den Tag: Auch „geistlose“ Pflanzen können Botschaften, die von Menschen oder von Tieren ausgesandt werden, auf telepathischem Wege empfangen. Im Februar 1966 schloss Backster die Elektroden eines Lügendetektor (Polygraph) an einen Drachenbaum an und beobachtete Ausschläge, die den Messungen bei einem Menschen ähneln.

 

Er bewässerte das Gewächs und es „antwortete“ mit Ausschlägen, die er aus menschlichen Testreihen kannte: freudige Erregung. Dann malträtierte er die Pflanze, indem er die Blätter z.B. in Kaffee eintauchte. Nichts geschah. Er holte schließlich eine Schachtel Streichhölzer, um den Drachenbaum ein wenig anzubrennen. Jetzt das Erstaunliche: Der Schreiber schlug aus, und zwar schon zu dem Zeitpunkt, als Backster daran dachte, den Baum zu versengen, nicht etwa, als er die Tat ausführte. Auf irgendeine unvorstellbare Weise brachten die Pflanze es fertig, zu erraten, was im Gehirn des Experimentators vorging. Sie reagierte auf seine sadistischen Gedanken, nicht auf seine Taten.


In einem weiteren Versuch ließ er über eine automatische Vorrichtung per Zufallsgenerator lebende Krabben in kochendes Wasser schütten. Das in der Nähe stehende Gewächs registrierte die Todesmomente der Krabben mit heftigen Ausschlägen des Polygraphens. Das Experiment zeigte, dass nicht nur Menschen in der Lage sind, Gedankensignale auszusenden, die eine Pflanze empfangen kann.


Dann das Pflanzen-Verdun. Ein Auserwählter seiner Mitarbeiter zerstörte in Gegenwart des Drachenbaums einen zweiten Artgenossen. Anschließend betraten alle Mitarbeiter nacheinander den Raum, in dem der Pflanzen-Mord geschah und in dem der überlebende Drachenbaum stand. In dem Moment, als der Pflanzenmörder eintrat, schlug der Lügendetektor heftig aus. Die Pflanzen-Überlebende „klagte“ den Mörder an – der sog. „Backster-Effekt“ war geboren.


Telepathie funktioniert ohne elektromagnetische Trägerwellen
Während man in der westlichen Hemisphäre paranormale Erscheinungen gern als okkulten Unfug abtat, forschte man in den sechziger Jahren unbefangen und ernsthaft im damaligen Russland nach den Ursache der rätselhaften Psi-Bioenergie, ohne sie aber physikalisch direkt erklären zu können. Im Institut für Bio-Information an der Uni Moskau führte man mit den sensitiven Juri Kamenskij und Karl Nikolajew Telepathieversuche unter wissenschaftlicher Kontrolle durch – und das mit faszinierenden Ergebnissen.


Kamenskij, der als „Sender“ wirkte, saß in einem verschlossenen Raum. Erst in letzter Minute erhielt er die Gegenstände, die er seinem Partner Nikolajew telepathisch signalisieren sollte. Der hockte am Ende von Russland, in Nowosibirsk. Dieser „Empfänger“ beschrieb ganz klar die zu „erratenden“ Dinge.


Dass elektromagnetische Wellen, ähnlich der Radiowellen, keineswegs Träger der Psi-Information sind, bewiesen weitere Telepathie-Versuche. Bedenken Sie: Schon allein die Tatsache, dass zum Überbrücken dieser riesigen Entfernung eine hohe Sendeleistung im Kilo-Watt-Bereich nötig wären, schließt eine derartige Informationsübertragung aus. Unsere Gehirnaktivität mit all den Milliarden Neuronen liegt höchstens im Wattbereich. Damit könnte bestenfalls eine LED-Lampe müde aufleuchten. Zudem setze man den „menschlichen Empfänger“ in einen Faradayschen Käfig. Durch so ein Drahtgitter dringt nämlich keine elektromagnetische Welle. Würde Telepathie aber auf elektromagnetische Wellen beruhen, käme es zu keinem Empfang der Botschaft.


Auch wenn kein Mensch weiß, wie eine telepathische Botschaft das Gehirn erreicht, so kann man aber ihr Eintreffen messen: die Psi-Energie verändert die Gehirnströme. Auch dazu machten die Russen einen hochinteressanten, allerdings makaberen Versuch. Sie setzen neugeborene Kaninchen in ein U-Boot, dass auf Tauchstation ging. Derweil beobachtete man die Gehirnströme der an Land gebliebenen Kaninchenmutter, während man im U-Boot nacheinander ihre Kinder tötete. Der Ausschlag ihrer Hirnstromkurve zeigte jeweils exakt den Augenblick an, in dem jeweils ihre Kinder starben. Der Kontakt über ein Funksignal durch das Medium Wasser wäre dagegen physikalisch unmöglich.


Wundersame Psychokinese

Seinerzeit erregte das russische Psychokinese-Medium Ninel Kulagina erhebliches Aufsehen. Das von ihr erzeugte „Feld“ konnte sie auf einen Gegenstand fokussieren und diesen ohne Berührung bewegen. Dazu gab es einen Film, der unter kontrollierten Versuchsbedingungen aufgenommen wurde (ich sah dieses Dokument in den 70er Jahren anlässlich eines Vortrags des 1991 verstorbenen Freiburger Parapsychologen Hans Bender). Da war keine Trickserei im Spiele. Kulagina ließ z.B. Dinge zwischen ihren Händen schweben, Kompassnadeln rotieren, Streichhölzer bewegen. Alles befand sich immer unter einem Glaskubus. Während des Experiments stieg ihr Puls auf 240, ihre Herzschlag wurde arhythmisch, der Blutzuckergehalt stieg. Der Gipfel: Kulagina tötete einen Frosch, indem sie mit purer Gedankenkraft das Herz des Tiers dazu brachte, dass es aufhörte zu schlagen.

 

Gedankenlesen und Gedankenübertragung

Schon immer faszinierten Menschen mit telepathischen Fähigkeiten das Publikum. Da machte seinerzeit im Fernsehen ein „Löffelverbieger“ von sich reden. Es war Uri Geller, ein gewöhnlicher Bühnenmagier, der aus pekuniären Gründen behauptete, übersinnliche Kräfte zu besitzen. Seine Effekte lassen sich indes ausnahmslos von Bühnenmagiern mit gängiger Tricktechnik nachvollziehen, und das ohne die Hilfe übersinnlicher Kräfte. Uri Geller behauptete, er habe dank seiner übersinnlichen Kräfte australischen Bergbauunternehmen geholfen, Bodenschätze wie Gold und Diamanten aufzuspüren. Es sind mir keine Firmen bekannt, die dies bestätigen konnten. Immerhin, Geller selbst beziffert sein mit Illusionen gemachtes Vermögen auf 50 Millionen Euro.


Stellen wir dem Illusionisten Geller einen einfachen Mann gegenüber, der nach dem Zweiten Weltkrieg für Gotteslohn vielen verzweifelten Menschen half. Er beantwortete ihre bange Frage nach dem Verbleib ihrer vermissten Angehörigen nur aufgrund gezeigter Fotos. Sah der Brunnenbauer Alois Irlmaier den Vermissten nur schemenhaft, war er tot. Er half sogar, Mordfälle aufzuklären. Einmal starb ein Mann, er wurde beerdigt, denn an seinem natürlichen Tod gab es keinen Zweifel. Irlmaier aber forderte, die Leiche zu exhumieren. Grund: Er hatte die Vision von Tabletten im Darm des Toten von einer schwarzhaarigen Frau, die schuld an seinem Tod war. Die Leiche wurde ausgegraben – tatsächlich fand man im Darm Spuren von Arsen. Die Geliebte hatte den Mann er mordet.


Es gibt eine Unzahl packender Berichten, die der 1959 verstorbene Irlmaier als einen wirklich Psi-Begabten ausweisen. Seine ernst zu nehmende Prophezeiungen reichen bis in die heutige Zeit, die uns die Ereignisse eines Dritten Weltkrieg verheißen.


In der Verbrechensbekämpfung sind telepathische Fähigkeiten besonders begabter Menschen gefragt. Ich erinnere nur an den 1980 verstorbenen holländischen Hellseher Gerard Croiset. Eine kleine Begebenheit am Rande. Während einer Polizeisuche nach einem Mordopfer, deutete Croiset auf eine Stelle am Waldrand. Als man sie untersuchte, fand man zum Erstaunen aller statt einer Menschenleiche ein verendetes Reh, das in eine Wildfalle geraten war.


Psi-Phänomene, eingebettet in morphologischen Feldern
Wissenschaftliche Dogmen breiteten sich in unserer Zeit wie eine Seuche in alle Lebensbereiche aus. Eines dieser Dogmen: Unser Geist ist materieller Natur und wirke ausschließlich im Kopf. Dagegen bietet die Theorie der „morphologischen Felder“ des heute 72-jährigen britischen Biologen Rupert Sheldrake eine wissenschaftliche Erklärung für viele paranormale Phänomene wie Fernwahrnehmung, Telepathie und Vorahnung. Wichtig als Erklärungsmodell der Telepathie ist die so genannte Quantenverschränkung, die 1981 von Alain Aspect experimentell bestätigt wurde. Sie besagt, dass zwei Elementarteilchen, die wechselseitig aufeinander einwirken und dann getrennt werden, auch über große Distanzen hinweg informationell verbunden bleiben.


Sheldrake behauptet, dass der Geist im Gehirn wirkt, dieser aber darüber hinaus reicht, und zwar durch Felder, etwa wie das Magnetfeld eines Magneten. „Wenn unsere Gedanken über das Gehirn hinausreichen und uns mit der Welt um uns herum und untereinander verbinden, dann bedeutet dies, dass wir mit allem viel stärker verbunden sind, als wir gewöhnlich annehmen“. Die materialistische Theorie, die ja immer noch gängige Lehrmeinung ist, behauptet, dass der Geist sich im Gehirn befindet. Das würde bedeuten: wir wären voneinander isoliert in der Privatsphäre unserer Schädel. Übrigens ist auch der Placebo-Effekt für Sheldrake ein ganz klarer Beweis dafür, dass die Kraft des Geistes Anteil an der Heilung hat.


Experiment mit selbstgebauter Psi-Mühle
Interessiert es Sie jetzt, ob Sie psychokinetische Fähigkeiten besitzen? Dann unternehmen Sie diesen kleinen Bastelversuch. Nehmen Sie als Basis eine Nähnadel, die Sie senkrecht z.B. in einen Radiergummi oder in eine Knetmasse stecken. Falten Sie dann ein quadratisches, etwa 7x7 cm großes Stück Papier etwa von einem Merkzettelblock zweimal diagonal, jeweils von einer Ecke zur gegenüberliegenden. Formen Sie das Papier zu einem Schirmchen durch Eindrücken der Quadratseiten. Legen Sie dieses auf die senkrecht stehende Nadel und balancieren es aus. Ihre Psi-Mühle steht jetzt vor Ihnen. Über diese Konstruktion stülpen Sie eine Glasschüssel o.ä., damit kein Luftzug im Raum eine Bewegung des Psi-Rades vorgaukelt. Reiben Sie jetzt ihre Handflächen mehrmals fest gegeneinander. Versuchen Sie mit Ihrer Gedankenkraft die Mühle zum Drehen zu bringen. Seien Sie stolz auf sich, wenn Ihnen das auf Anhieb gelingt. Ein tolles Aha-Erlebnis! Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn es nicht direkt klappt, Ihr Experiment.


Bleiben Sie offen und seien Sie zugänglich für Psi-Erlebnisse. Im Laufe des Lebens macht jeder sensible Mensch irgendwann damit Erfahrungen. Es scheint, dass uns der „Ur-Instinkt“ dafür aus unserer Evolutionsgeschichte weitgehend abhanden kam. Ich selber konnte in einem mystischen Umfeld in Südindien mehrfach aktiv Unerklärliches erfahren, das ich zuvor nicht für möglich hielt. Einige dieser rätselhaften Ereignisse schildere ich in meinem Buch „Erlebtes Universum“. Leider kann man seine spezifische Hellsichtigkeit nicht aussuchen. Das ist dann bedrückend, wenn der Hellblick nur auf bevorstehende Todesfälle gerichtet ist.

 

Noch scharrt die technisierte Psi-Zukunft nicht mit den Hufen.

Heutzutage gewinnt man den Eindruck, dass Psi-Phänomene nur für die Bühnenschau taugen. Es scheint, dass die Großmächte mit ihren Geheimdiensten und Militärs nach dem Ende des Kalten Krieges das Interesse an „Psi“ verloren hätten. Mitnichten, denn inzwischen sind weitere geheime Psi-Programme etwa zur Terrorismusbekämpfung aufgelegt. Nichts schlägt ja den Menschen mehr in seinen Bann, als den Mitmenschen unwissentlich zu manipulieren. Da kommen noch lecker-scheußliche Zeiten auf unsere Enkel zu.


Vielleicht gibt es in Zukunft „Funktelepathie“, die unmittelbar Gedanken und Gefühle von einem Gehirn zum anderen transportiert. Das wäre dann möglich, wenn es gelänge, Nervensignale direkt in Funksignale zu wandeln und umgekehrt. Zudem müsste man mikroskopisch kleine Funk-Transmitter und -Empfänger ins lebendige Gehirn implantieren. Dann allerdings wäre die Telepathie als die Magie des Unbewussten entzaubert. Bestimmt würde man diese wie auch alle bisherigen Technologien (Stichwort Kernenergie) ambivalent einsetzen. „Funktelephatie“ (noch in Anführungszeichen) könnte aber auch Grundlage sein für gegenseitiges Verständnis und ein friedliches Miteinander der Menschen – auf der ganzen Welt. Zu unser aller Wohl könnte sich die Menschheit vom Zerstörer zum Gralshüter unseres Heimatplaneten wandeln.

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