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Die Staatsanleihen-Revolution kommt näher

Gestern hatte wir in unserem Artikel “Draghi plant die Revolution” über die Studie des EU-Systemrisikorats berichtet, in der eine Aufhebung der Priviligierung von ...

Von Markus Fugmann

Gestern hatte wir in unserem Artikel “Draghi plant die Revolution” über die Studie des EU-Systemrisikorats berichtet, in der eine Aufhebung der Priviligierung von Staatsanleihen diskutiert wird. Mario Draghi hat in einem Vorwort dazu bemerkt, dass eine Diskussion darüber “überfällig” sei.

Das ist eine 180%ige Kehrtwende des Italieners: bislang hatte er dies immer strikt abgelehnt, vermutlich weil es die Refinanzierungskosten für die Staaten der Euro-Peripherie massiv nach oben getrieben hätte (sprich die Renditen für deren Staatsanleihenw wären gestiegen). Jetzt aber gibt es das QE der EZB, und die Notenbank muss zusehen, wie sie die unwilligen Banken zum Verkauf ihrer Staatsanleihen animieren kann. Und das geht am Besten dadurch, indem man die vermeintliche Risikofreiheit von Staatsanleihen kippt, sprich Banken für den Kauf von Staatsanleihen Eigenkapital hinterlegen müssten – was den Kauf der Staatstitel unattraktiver machen würde.

Das alles ist eine von Bundesbankchef Weidmann immer wieder vorgetragene Forderung. Draghi hatte in dem Vorowrt noch angeregt, dass eine Abschaffung der Privilegien in internationalem Kontext erfolgen müsse – und Weidmann ist in seiner heutigen Rede einen Schritt weiter gegangen: man müsse die Staatsanleihen entprivilegisieren – notfalls nur in Europa. Das zeigt, wie weit die EZB offenkundig bereits mit ihren Überlegungen in dieser Hinsicht ist – früher oder später wird die EZB diese Revolution durchsetzen. Schlecht für die Banken, gut für die EZB, die dann jede Menge willige Verkäufer bei den Banken fände, um ihr Plansoll bei den Staatsanleihen zu erreichen.

Laut Angaben des EZB-Direktoriumsmitglieds Couere hat die EZB bislang Anleihen im Umfang von 9,8 Milliarden Euro erworben. Experten hatten zurecht vermutet, dass das QE im Anfangsstadium kein Problem für die EZB darstellen würde – doch mit zunehmender Dauer die Verkäufer fehlen würden. Für Jubelmeldungen der EZB, dass sie ihr Plansoll erreichen würden, ist es also noch viel zu früh.

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