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Grexit: Weltbank gegen Schäuble

Welche Folgen würde ein Grexit haben? Während der deutsche Finanzminister Schäuble kaum negative Auswirkungen befürchtet, sieht das der Chefökonom der Weltbank, Kaushik Basu, ande...

Von Markus Fugmann

Welche Folgen würde ein Grexit haben? Während der deutsche Finanzminister Schäuble kaum negative Auswirkungen befürchtet, sieht das der Chefökonom der Weltbank, Kaushik Basu, anders. In einem Interview mit dem “Handelsblatt” sagte Basu:

„Ein Grexit ist eine große Gefahr (..). Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder Griechenland stürzt in eine tiefe Krise. Das wird Auswirkungen auf die Nachbarstaaten haben. Oder aber Griechenland ergeht es ohne Euro überraschend gut. In diesem Fall werden andere Schuldenländer die Angst vor dem Euro-Austritt verlieren und Konflikte mit den Gläubigerstaaten suchen.”

Damit beleuchtet Basu einen bisher wenig beachteten Aspekt: jenseits der Frage, ob ein Grexit einen Tsunami an den Finanzmärkten auslösen würde, wäre gerade für den Fall, dass Griechenland sich nach einiger Zeit durch die Wiedereinführung der Drachme erholen würde, eine Bedienungsanleitung für andere Staaten der Eurozone, die Gläubiger-Staaten wie Deutschland unter Druck zu setzen. Klar ist aber auch, dass mit Wiedereinführung der Drachme ein weiterer Kollaps der Wirtschaft Griechenlands nicht zu vermeiden ist. Denkbar ist jedoch, dass es – zumindest für eine Übergangszeit – zwei Währungen in Griechenland gleichzeitig gibt: den Euro und die Drachme.

Ganz anders als Basu sieht Schäuble die Lage. In seiner gestrigen Rede in Washington sagte Schäuble:

“Die meisten Finanzmarktteilnehmer sagen uns, die Märkte haben bereits eingepreist, was immer passieren kann” (zitiert nach DOWJONES Neswires). Man könne daher “keine Ansteckung an den Märkten” sehen, so Schäuble.

Das ist jedoch gelinde gesagt naiv – was ist denn eingepreist? Aktienindizes handeln in der Nähe ihrer Allzeithochs, die Risikoprämien für Staatsanleihen der Eruozone erreichen ein Allzeittief nach dem anderen. Aber der gestrige Tag hat gezeigt, dass die Märkte eben diese Risiken noch nicht eingepreist haben – so stiegen etwa die Risikoprämien für Anleihen der Euro-Peripherie so stark wie schon lange nicht mehr aufgrund der aufkommenden Grexit-Sorgen. Wer glaubt, dass ein Grexit nicht zu Panik-Reaktionen vor allem an den entscheidenden Anleihemärkten führen wird – trotz QE der EZB – wird sich eines Besseren belehren müssen. Die Märkte sind derart vernetzt, dass das Umfallen eines Dominosteins die nächsten, vor allem die nach Greichenland nächst-schwächsten Dominosteine zum Kippen bringen kann.

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