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China im Abschwung

Die Konjunkturzahlen aus dem März haben in China eine ganz besondere Bedeutung: der Januar und der Februar sind durch das Neujahrsfest in China statistisch verzerrt, daher sind ...

Von Markus Fugmann

Die Konjunkturzahlen aus dem März haben in China eine ganz besondere Bedeutung: der Januar und der Februar sind durch das Neujahrsfest in China statistisch verzerrt, daher sind Konjunkurdaten aus dem März von besonderer Relevanz, weil sie nach langer Zeit wieder ein klares, ungetrübtes Bild der Konjunktur im Reich der Mitte vermitteln.

Und dieses Bild ist nicht wirklich rosig: so fiel der heute Nacht veröffentlichte HSBC-Einkaufsmanagerindex (Gewerbe) mit 49,2 auf den tiefsten Stand seit April 2014 – prognostiziert war 49,6. Fast alle Unterkomponenten des Index waren negativ, vor allem die Beschäftigung liegt nun seit drei Jahren unter der 50er-Marke, die die Grenze zwischen Wahcstum und Kontraktion darstellt.

China Flash PMI

Noch wichtiger aber ist, dass sich die deflationären Tendenzen weiter verstärken (Komponenten Output Prices und Input Prices) – derzeit fließt massiv Kapital aus China ab, das wird im Westen weitgehend ignoriert, stellt für die Führung in Peking aber ein ernstes Problem dar. Offizielle chinesische Verlautbarungen sagen, man habe mit dieser Entwicklung gerechnet – lassen aber offen, was Peking dagegen zu tun gedenkt.

Die Reaktion der Aktienmärkte in China war bezeichnend: so drehte der Shanghai Composite unmittelbat nach Veröffentlichung der Zahlen ins Plus – Hoffnungen auf neue Stimulusmaßnahmen waren einmal mehr der Treiber nach den schwachen Daten. Chinas Führung scheint derzeit erfolgreich die Blase an den Immobilienmärkten durch eine Blase an den Aktienmärkten ersetzen zu wollen. Ohne Blase jedoch scheint es in China nicht mehr zu gehen – das Land hat 28 Billionen Dollar Schulden (Staat, Unternehmen und Haushalte) – das entspricht 282% des BIP. Griechenland steht da besser da..

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