Gestern noch Aufmacher bei SPIEGEL online, heute dann die Zweifel: Bild-Forensiker greifen Bellingcats MH17-Analyse an. Error Level Analyse (ELA) "nicht streng wissenschaftlich und subjektiv"
Im Zusammenhang mit dem Absturz des Fluges MH17 in der Ukraine kritisieren Experten für Bild-Forensik die Bellingcat-Untersuchung zu angeblichen manipulierten russischen Satellitenbildern.
"Das ist eine Fehlinterpretation", sagte der renommierte Hamburger Bild-Forensiker Jens Kriese SPIEGEL ONLINE. Die von Bellingcat durchgeführte Error Level Analyse (ELA) sei eine "Hobby-Methode". Sie sei "nicht streng wissenschaftlich und subjektiv. Bellingcat betreibt Kaffeesatzleserei."
Auch der Hinweis auf eine Bearbeitung mit Photoshop in den Metadaten der Fotodatei sei kein Beweis für eine Manipulation. Womöglich habe Moskau mit dem Programm lediglich die Satelittenaufnahmen für die Öffentlichkeit aufbereitet und Erklärungen eingefügt, so Kriese. Die von Bellingcat identifizierten Unregelmäßigkeiten "könnten darin ihre Ursache haben, oder auch durch mehrfaches Abspeichern im JPG-Format entstanden sein".
Via Twitter hatte sich bereits der Betreiber der Webseite Fotoforensic.com, auf die sich Bellingcat beruft, von der Untersuchung distanziert. Der Bericht sei ein Beispiel, wie eine Analyse nicht gemacht werden sollte, twitterte Neal Krawetz.
Ohne Kenntnis der Originalaufnahmen des Satelliten sei eine Aussage über mögliche Manipulationen unmöglich, sagt Bild-Forensiker Kriese: "ob man das für plausibel hält hängt allein davon ab, ob man es glauben will oder nicht."



