Lieber Leser,
mit Geschäftszahlen wartete unlängst auch der US-Onlinehändler Amazon auf. Ihren Umsatz konnten die Amerikaner 2016 auf Jahressicht um 27% auf 136 Mrd. US-Dollar verbessern. Regelrecht explodiert von 596 Mio. auf 2,4 Mrd. US-Dollar ist darüber hinaus der Gewinn. Dass die Erlöse im mäßigen Weihnachtsquartal unter den Prognosen lagen, wäre für sich allein genommen wahrscheinlich vergleichsweise unproblematisch gewesen. Die letzten drei Monate 2016 waren immerhin das siebte Quartal in Folge, in dem Amazon profitabel wirtschaftetete, zumal die Gesellschaft früher regelmäßig Verluste ausgewiesen hatte.
Verhaltener Ausblick enttäuscht Börsianer
Für den Kursrückgang im Zusammenhang mit der Präsentation des Zahlenwerks dürfte vielmehr in erster Linie der verhaltende Ausblick auf das Auftaktquartal des laufenden Jahres verantwortlich gewesen sein. In den ersten drei Monaten 2017 rechnet Amazon mit einem Gewinn zwischen 250 und 900 Mio. US-Dollar. Analysten hatten im Durchschnitt mit 1,3 Mrd. US-Dollar gerechnet.
Hauptverantwortlich für die mäßige Prognose ist die unverändert großzügige Investitionsbereitschaft, um unter anderem die Marktführerschaft im boomenden Cloud-Geschäft weiter auszubauen. Dank der Philosophie von Firmenchef Jeff Bezos, wonach Umsatzzuwächse wichtiger als Gewinn sind, handelt es sich bei den Anteilsscheinen des Onlinehändlers zweifellos um ein typisches Growth-Investment. Insofern relativiert sich die mit einem 2017er KGV von 59,5 ambitionierte Bewertung. Dennoch müsse Sie sich im Klaren darüber sein, dass die Aktie alles andere als billig ist. Deshalb sind die Dividendenpapiere von Amazon selbst für wagemutige Anleger nur als spekulative Depotbeimischung geeignet.
Ein Gastbeitrag von Rami Jagerali.
Herzliche Grüße
Ihr Robert Sasse



