Lieber Leser,
der EURUSD-Kurs hat seit Beginn des Jahres einen Anstieg von etwa 4,0 % verzeichnet. Der EURUSD-Kurs wird vor allem im Kontext mit den deutschen Export-Unternehmen wichtig. Ein tendenziell steigender Euro dürfte die Kurse für Aktien solcher Unternehmen zumindest kurzfristig belasten. Auch der DAX-Index weist eine gewisse negative Korrelation zum EURUSD-Kurs auf.
Drei Faktoren, die für den aktuellen Euro-Anstieg gegen den US-Dollar sprechen sind die generelle US-Dollar-Korrektur, Aussagen des neuen US-Präsidenten sowie eine über den Erwartungen liegende EU-Inflation. Kurzfristig scheinen jedoch auch die letzten US-Arbeitsmarktdaten eine unterstützende Funktion gehabt zu haben.
Neugeschaffene Stellen hoch, aber Stundenlöhne geringer
Die Arbeitsmarktdaten für den Monat Januar sind in den USA gemischt ausgefallen. Zum einen konnten deutlich mehr neue Stellen als erwartet geschaffen werden. Mit 227.000 neu geschaffenen Stellen steigt der Durchschnitt auf 195.000. Negativ hingegen fiel zum einen der Anstieg der Arbeitslosenquote von 4,6 auf 4,7 % aus, sowie der unter den Erwartungen ausgefallene Anstieg bei den durchschnittlichen Stundenlöhnen.
Vor allem letzteres führte zur einer kurzfristigen Reaktion im EURUSD nach oben. Ein schwächerer Anstieg in den Stundenlöhnen werten Marktteilnehmer als schwache Lohninflation, die aber notwendig wäre um die gesamte Inflation anzutreiben. Die an den Terminmärkten gemessene Wahrscheinlichkeit für einen Zinsschritt im März seitens der Fed fällt dementsprechend und bestätigt damit die US-Dollar-Reaktion. Derweil sollten die Daten wohl nicht überbewertet werden. Im Dezember stiegen die durchschnittlichen Stundenlöhne seit 7 ½ Jahren am stärksten.
Ein Gastbeitrag von Rami Jagerali.
Herzliche Grüße
Ihr Robert Sasse



