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Es ist nicht alles Gold was glänzt. Finger weg von der Deutschen Bank!

Liebe Leser,

letzte Woche habe ich Ihnen geschrieben, dass auch bei den sieben Dax-Dauer-Zahlern nicht mehr alles Gold ist was glänzt. Und dass man schon ganz genau hinschauen muss. Dazu gehört leider die Deutsche Bank. Das größte Geldinstitut Deutschlands hat seit über 60 Jahren ununterbrochen Dividenden ausgeschüttet. Für 2015 wurde die Dividende erstmals gestrichen. Und für das vergangene Geschäftsjahr dürften die Aktionäre erneut leer ausgehen. Damit gibt es nur noch sechs Dividenden-Dauerzahler.

Zu viele Rechtsstreitigkeiten

Die vielen Rechtsstreitigkeiten haben der Deutschen Bank die Bilanz verhagelt. Niedrige Zinsen, eine ungünstige Marktlage – und dann auch noch die 14 Mrd. $ Forderung des US-Justizministeriums, die für viel Unruhe gesorgt hat. All das hat Spuren in der Gewinn- und Verlustrechnung hinterlassen. Im 4. Quartal lag der Vorsteuerverlust bei 2,4 Mrd. €. Rechtskosten, Wertberichtigungen, Restrukturierungskosten, Abfindungen sowie Kosten des Risikoabbaus summierten sich auf insgesamt 2,9 Mrd. €. Dem gegenüber stand ein einmaliger Gewinn von 0,8 Mrd. € aus dem Verkauf der Beteiligung an der Hua Xia Bank.

Hoher Jahresverlust

Für das Geschäftsjahr 2016 lag der Verlust bei 0,8 Mrd. € – wobei sich die genannten negativen Einmaleffekte auf 5,8 Mrd. € summierten, die positiven auf etwa 1 Mrd. €. Operativ ist es zwar deutlich besser gelaufen, als es die Ergebnisse unterm Strich vermuten lassen, doch die Zahlen kamen an der Börse nicht gut an: Anleger zogen die Reißleine – der Kurs der Aktie stürzte ab und verlor zeitweise über 5%.

Umbau geht voran

Beim Umbau der Privat- und Firmenkundenbank in Europa ist das Institut einen großen Schritt vorangekommen. Einige Filialen in Deutschland wurden bereits zusammengelegt, 2017 sollen weitere 181 geschlossen werden. Gleichzeitig wurde das erste von acht regionalen Beratungscentern eröffnet. Das können die Kunden sogar auch abends und am Wochenende nutzen. Zudem steht die Bank jetzt auch online mit den Kunden mit Rat und Tat zur Seite. Dazu gehört auch, dass man jetzt ein Konto in weniger als 10 Minuten online eröffnen kann. Gut, das gibt es woanders aber schon lange, sehr lange.

Bessere Alternativen für Dividendenjäger

Für Dividendenjäger bieten sich zudem am Markt aktuell deutlich bessere Alternativen an. Eine spannende Alternative haben mein Analysten-Team und ich gerade im Rohstoff-Segment ausfindig gemacht. Während rund 70% der Rohstoff-Aktien in diesem Sektor Verluste schreiben, blieb das Unternehmen mit einem Nettogewinn von 1,3 Mrd. $ hochprofitabel. Konservativ geschätzt wird die Aktie zudem eine Dividendenrendite von 5,1% erzielen – was Aktionäre freuen dürfte. Das KGV dieser Aktie ist einstellig.

Bei der Deutschen Bank stehen dagegen schwere Zeiten an

Im Investmentbanking machen dem Institut die immer strengeren Kapitalanforderungen zu schaffen, viele Geschäfte gerade im schwankungsanfälligen Kapitalmarktgeschäft lohnen sich nicht mehr. An den Verkaufsplänen für ihre Tochter Postbank hält die Deutsche Bank fest. Auf die Mitarbeiter kommen schwere Zeiten zu. Nach dem milliardenschweren Rekordverlust schwört Cryan die Beschäftigten auf harte Arbeit und Belastungen in den kommenden beiden Jahren ein. Die Mitarbeiter der Deutschen Bank bekommen den Verlust im eigenen Geldbeutel zu spüren. Die Ausgaben für das Personal wurden im vergangenen Jahr um 1,1 auf 11,7 Mrd. € gedrückt. Und das liegt nicht an der rückläufigen Zahl der Mitarbeiter, vielmehr setzte die Deutsche Bank den Rotstift bei den Boni an. Für Dividendenanleger ist hier so schnell nichts mehr zu holen. Ob für die gebeutelten Aktionäre bald wieder eine Dividende abfällt, ließ der CEO offen.

Ein Gastbeitrag von Jens Gravenkötter.

Herzliche Grüße

Ihr Robert Sasse

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