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Flugzeugbau-Aktien: MTU Top – Bombardier Flop

Liebe Leser,

die Sparte Zivile Instandhaltung der MTU Aero Engines verzeichnete zum 4. Mal in Folge einen Rekordumsatz. Damit ist die Wartung der am stärksten wachsende Unternehmensbereich. Der Hauptabsatztreiber sprang in den ersten 9 Monaten um 19% auf 1,37 Mrd. € an. Der Gesamtumsatz konnte um 4% auf 3,4 Mrd. € erhöht werden. Aufgrund von Hitzeproblemen beim Triebwerk PW1100G-JM für den Langstreckenflieger A320neo hat sich die Auslieferung verzögert. Daraus resultierte ein Umsatzrückgang von 3% auf 1,74 Mrd. € in der zivilen Triebwerkssparte.

Die Probleme wurden erfolgreich behoben und die ersten Triebwerke im 4. Quartal ausgeliefert

Um eine termingerechte Lieferung garantieren zu können, weitete MTU die Sachinvestitionen um 40% auf 91,5 Mio. € aus. Die Endmontagelinie für das Flugzeugtriebwerk PW1100G-JM wurde im 3. Quartal fertiggestellt. Ein höheres Absatzvolumen von Triebwerken bedeutet gleichzeitig zukünftige Einnahmen im Wartungsbereich. Das militärische Triebwerkgeschäft nahm um 3% auf 356,8 Mio. € zu. Verkaufshit: der Antrieb EJ200 für die Eurofighter.

MTU konnte das Ergebnis in allen Geschäftsbereichen steigern. Der Gewinn durch den Verkauf von Triebwerken legte aufgrund gestiegener Profitabilität um 20% auf 264,5 Mio. € deutlich zu. Im Sektor Zivile Instandhaltung wurden unterm Strich 14,8% mehr verdient. Ab 2018 soll die intensive Investitionsphase abgeschlossen werden und der Gewinn überproportional wachsen. Eine attraktivere Beteiligung der Aktionäre am Unternehmenserfolg ist vorgesehen.

Unternehmensporträt

Die frühere Daimler-Tochter MTU ist Deutschlands führender Hersteller von Triebwerksmodulen und -komponenten sowie von kompletten Flugzeugtriebwerken für zivile und militärische Zwecke. International ist MTU in allen wichtigen Regionen vertreten. Neben dem Triebwerksgeschäft gehört die Instandhaltung von Industriegasturbinen zum Kernbereich. Partner sind Pratt & Whitney, Rolls-Royce und General Electric. Kunden sind u.a. Airbus und Boeing.

Bombardier versucht mit allen Mitteln, die angekündigten Kosteneinsparungen durchzusetzen

Die Umstrukturierung zeigt erste Wirkung. Der Verlust nach den ersten 9 Monaten wurde auf 722 Mio $ begrenzt. Im Vorjahr musste noch ein negatives Ergebnis von 4,66 Mrd $ verbucht werden. Der Umsatz ist nach wie vor rückläufig und gab um 10% auf 11,96 Mrd $ nach.

Die zivile Luftfahrt konnte als einzige Sparte ein Umsatzplus verzeichnen. Das Geschäft mit Businessjets, der Raumfahrt und dem Transportwesen spielten weniger Erlöse ein. Um der schwachen Nachfrage entgegenzusteuern, wird die Konzernstruktur umgebaut. Primär sollen Einsparungen durch massiven Stellenabbau erreicht werden.

Bis 2018 sollen weltweit 7.500 Stellen gestrichen werden. Alleine 2.500 davon im deutschen Henningsdorf. Einsparungen im Personalbereich beeinflussen die Gewinnentwicklung kurzfristig positiv. Langfristig führt ein Know-how-Abbau jedoch zu fundamentalen Problemen.

Die Verluste nagen weiter an der Eigenkapitalausstattung, die bereits negativ ist

Die kanadische Regierung musste finanzielle Unterstützung leisten, um die Solvenz des führenden Bahntechnikanbieters sicherzustellen. In der Zwischenzeit konnten neue Großaufträge an Land gezogen werden. SNCF, die staatliche Eisenbahngesellschaft Frankreichs, bestellte 52 weitere Nahverkehrszüge. Ebenso wurden zuletzt in der Heimatstadt Montreal Erfolge verzeichnet.

Die Prognose für das Geschäftsjahr 2016 und 2017 wurden von der Unternehmensführung zwar angehoben, die Risiken überwiegen jedoch weiterhin die Chancen

Unternehmensporträt

Bombardier ist der weltweit drittgrößte Hersteller von Zivilflugzeugen. In den Bereichen Regional- und Businessjets ist der Konzern Marktführer. Learjet, Challenger und CRJ200 gehören zu den bedeutendsten Jet-Marken. Bombardier ist seit der Übernahme von Adtranz auch der weltweit größte Anbieter von Schienenverkehrstechnik. Die Bereiche Freizeitfahrzeuge und Bombardier Capital wurden verkauft.

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