Lieber Leser,
Anfang letzten Jahres sah es so aus, als wäre das Ende von Bombardier nur eine Zeitfrage. Seither hat sich der Aktienkurs des Bahntechnik- und Flugzeugherstellers fast vervierfacht. Und kürzlich konnten die Kanadier einen weiteren Erfolg vermelden.
Staatsdarlehen über 265 Mio. Euro erhalten
Die kanadische Regierung gewährte dem Konzern einen Kredit über 372,5 Mio. Dollar. Mit dem Geld soll die Entwicklung von Flugzeugen der C-Serie sowie des Businessjets Global 7.000 unterstützt werden. Dank des Darlehens hat sich die Finanzlage der Gesellschaft laut CEO Alain Bellemare nicht unerheblich verbessert.
Zu wenig zum Leben, zu viel zum Sterben
Ob die finanziellen Mittel aber für eine wirtschaftliche Gesundung des Unternehmens ausreichen, ist mindestens fraglich. Denn der Firmenchef hatte ursprünglich auf erheblich mehr Unterstützung gehofft. Nunmehr bezeichnet Bellemare den Kredit als angemessen, wobei nicht auszuschließen ist, dass es sich bei dieser Aussage in erster Linie um eine Beruhigungspille für die Anteilseigner handelt.
Darüber hinaus ist der langfristige Abwärtstrend bei der Aktie unverändert intakt. Dies gilt zwar auch für den seit rund zwölf Monaten anhaltenden Aufwärtstrend. Trotzdem kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Notierungen im Bereich knapp über 2 Euro nach unten abdrehen, da nach wie vor massive bilanzielle Risiken bestehen und immer mehr große Konkurrenten den Kanadiern das Leben schwermachen. Für Fans von potenziellen Turnaround-Titeln sind die Dividendenpapieren eine Überlegung wert. Sollten Sie hingegen eher defensive Investments bevorzugen, dürften Sie gut beraten sein, die Finger von der Bombardier-Aktie zu lassen.



