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Windkraft: Vestas hängt die Deutschen bei der Marge ab! (Nordex, Senvion, Siemens)

Liebe Leser,

2016 war für den dänischen Windkraftkonzern Vestas ein Jahr der Rekorde. Es purzelten reihenweise Bestleistungen in den Bereichen Umsatz sowie Gewinn und nicht zuletzt bei den Aufträgen. Wieder einmal zeigen die Dänen dem Rest der Welt, wo der Windkraft-Hammer hängt.

Für Vestas lief es beileibe nicht immer rosig. Zwischen 2011 und 2013 mehrten sich die Verlustmeldungen, welche auf gekürzte Subventionen, Produktionsschwierigkeiten sowie nicht zuletzt auf die Dumping-Konkurrenz aus China zurückzuführen waren. Erst mit dem Dienstantritt des neuen Chefs, Anders Runevad, wendete sich das Blatt zugunsten der Dänen. Seit 2014 schreibt das Unternehmen nicht nur wieder schwarze Zahlen, sondern überraschte auch mit zwei Rekordjahren in Folge. Der weltgrößte Hersteller von Windkraftanlagen scheint angekommen zu sein.

Die Zahlen

Schauen wir uns zunächst die Zahlen des Unternehmens an. Im vergangenen Jahr erzielten die Dänen einen Umsatz von 10,2 Milliarden Euro und konnten damit einen überaus ansehnlichen Zuwachs von 21 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwirtschaften. Der Gewinn ging mit einem Plus von 41 Prozent auf 965 Millionen Euro durch die Decke. Bei der Auftragslage verbesserte sich Vestas mit Bestellungen im Wert von insgesamt 9,5 Milliarden Euro um 15 Prozent. Die Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (kurz: Ebit) verbesserte sich auf 13,9 Prozent.

Vergleich mit deutschen Wettbewerbern

Vergleicht man den wichtigen Profitabilitätswert Ebit der Dänen mit dem der deutschen Wettbewerber, erhält man einen Eindruck über den Erfolg des in Aarhus sitzenden Windkraftanlagenherstellers. So konnte Nordex für das vergangene Geschäftsjahr lediglich eine Ebit-Marge von 8,7 Prozent vorweisen, während Senvion mit 8,1 Prozent und Siemens mit 7,8 Prozent noch schlechter dastanden.

Einschränkungen angekündigt – Korruptionsskandal offen

Dennoch gibt es für das kommende Jahr Einschnitte zu vermelden. So kündigte Runevad für 2017 rückläufige Umsätze sowie Gewinne an. Der Vestas-Boss macht die allgemein unsichere Situation am Markt für die Einschränkungen verantwortlich. In Bezug auf die Situation in den USA gibt sich Runevad optimistisch und sieht die derzeitigen Steuervergünstigen (30 Prozent) auch unter einer Regierung Trump bis 2020 als gesichert an.

Das größte Problem des Konzerns ist jedoch ein internes. Allein im Jahre 2016 wurden bei Vestas 111 etwaige Verstöße gegen Ethik- oder Complianceregeln gemeldet. So seien auch deutsche Standorte von korrupten Machenschaften verschiedener Manager betroffen. Konkret geht es um den Verdacht der Untreue, welche dem Unternehmen neben der PR-Pleite auch größere finanzielle Einschnitte bereiten könnte – die Staatsanwaltschaft in Kiel hat hierzu bereits die Ermittlungen übernommen.

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