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Öl: Spekulanten wetten weiter auf steigende Ölpreise! (WTI, Brent, BP, Royal Dutch Shell, Gazprom, Seadrill, Lukoil, Woodside, Chevron, Repsol)

Lieber Leser,

wir analysieren den Gold- und den Silberpreis regelmäßig mithilfe des COT-Berichts. Ähnliches ist auch für den Ölpreis möglich. Dabei wird die aktuelle Nettolong-Positionierung (Long- minus Short-Kontrakte) an den Terminmärkten ermittelt, in der Regel für WTI-Kontrakte. Steigt die Nettolong-Positionierung der Gruppe Spekulanten, so ist das als bullisch für den Ölpreis zu bewerten. Allerdings können extrem hohe Positionierungen auch auf Hochs oder Tiefs hinweisen. Dieser Punkt ist im Rahmen einer Analyse mittels eines Sentiment-Indikators immer zu berücksichtigen.

Öl-Spekulanten sind extrem Nettolong

Offensichtlich hat die Nettolong-Positionierung der Spekulanten bei den WTI-Kontrakten einen rekordmäßig hohen Stand erreicht. Die Position beträgt aktuell ca. 508.000 Nettolong-Kontrakte. Die bisher höchste Positionierung lag im Juni 2014 bei 459.000 Nettolong-Kontrakten. Kurz darauf ist der Ölpreis eingebrochen. Es gibt allerdings ein Problem bei dem Ganzen. Terminmärkte sind nicht mit den Aktienmärkten vergleichbar.

Mit dem Open Interest vergleichen

Heisst: Während die Aktienanzahl begrenzt ist, steigt die Anzahl der gehandelten Kontrakte am Terminmarkt mit jeder eröffneten Position. Immer wenn man also von einer Extremposition spricht, sollte man diese daher im Verhältnis zu der Anzahl der aktuell vorhanden Kontrakte betrachten. Diese Anzahl wird als Open Interest bezeichnet und ist ebenfalls Teil des COT-Reports. Im Verhältnis zum Open Interest scheint die Nettolong-Position aktuell und vor allem im Vergleich zu 2014 gar nicht so rekordmäßig auszufallen.

Abverkauf könnte durch hohe Positionen verstärkt werden

Die Quintessenz der Analyse ist, dass Spekulanten sogar noch bullischer werden könnten, bevor eine reale Extremposition erreicht wird. Wie es am Ende ausfällt, ist aber Spekulation und die bullischen Positionen bestätigen lediglich die Stabilität im Preis. Kritisch ist in diesem Zusammenhang aber, dass im Falle eines starken Einbruchs beim Ölpreis, aus welchen Gründen auch immer, all die bullischen Positionen zur Auflösung kommen könnten und damit den Abverkauf verstärken.

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