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Wirecard: Großer Wirbel nach neuerlichen Vorwürfen!

Lieber Leser,

die Nachricht hat eingeschlagen wie eine Bombe und könnte auch in den kommenden Tagen hohe Wellen schlagen. Wieder einmal sieht sich der Zahlungsdienstleister Wirecard mit Vorwürfen bezüglich seiner Bilanzierungsmethoden konfrontiert. Doch diesmal steht hinter dem Vorstoß nicht ein völlig unbekanntes Research-Haus namens Zatarra wie Anfang letzten Jahres, sondern mit dem Manager Magazin eine renommierte Wirtschaftszeitschrift.

Die Rede ist von „unechten“ Forderungspositionen

Deren Analysen und Recherchen haben zutage gefördert, dass in den Bilanzen des in der Nähe von München angesiedelten TecDAX-Unternehmens „ominöse Forderungspositionen“ schlummern. Als Zahlungsabwickler nimmt Wirecard bei Geldtransaktionen die Rolle zwischen den Kreditkartenunternehmen/Kunden auf der einen und den Einzelhändlern auf der anderen Seite ein. Mit der Folge, dass sich bei einem Kreditkarten-Kauf aus Sicht von Wirecard Forderungen gegenüber der entsprechenden Kreditkartenfirma und Verbindlichkeiten gegenüber dem Einzelhändler ergeben.

Im Normalfall müssten sich diese Bilanzposten verständlicherweise also die Waage halten. Die Recherchen des Manager Magazins haben indes ergeben, dass in den Bilanzen für 2015 etwa drei Viertel der Forderungssumme (= 250 Mio. Euro) nicht etwa gegenüber Kreditkartenfirmen bestanden, sondern gegenüber Drittbanken. Während bei Geschäften innerhalb Europas die unternehmenseigene Wirecard Bank die Transaktionen abwickelt, ist man außerhalb des Heimatkontinents wegen fehlender Lizenzen auf Drittbanken angewiesen. Laut dem Manager Magazin handele es sich bei den 250 Mio. Euro um „unechte“ Forderungspositionen, da das Kapital im Zweifel deutlich länger bei Drittbanken gebunden ist (bis zu 180 Tage), als dies bei Kreditkartenfirmen der Fall wäre.

Gebannter Blick an die Börse

Im Zuge der Publikation rasselte die Wirecard-Aktie zunächst deutlich in den Keller, konnte sich im Tagesverlauf aber wieder erholen. Letzten Endes hielten sich die Tagesverluste in Grenzen. Dennoch bleibt es spannend zu beobachten, wie sich die Sache weiterentwickelt. Vorsichtige Anleger sollten zunächst einmal besser an der Seitenlinie verharren. Vor der Meldung befand sich die Aktie seit Mitte Dezember klar im Aufwind und konnte in dieser Zeit knapp 18 Prozent zulegen. Auch die Analysten waren zuletzt in deutlicher Mehrheit überaus positiv gestimmt und trauten dem Papier im Schnitt ein Kursziel von 53,58 Euro zu. Mal schauen, ob es nun zu einer umfassenden Neubewertung kommt.

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