Lieber Leser,
starke Nerven brauchten in den letzten Tagen die Nordex-Aktionäre. Am Donnerstag fielen die Notierungen wie ein Stein von 19,63 auf 16,59 Euro. Tags darauf waren die Anteilscheine dann sogar für 14,35 Euro zu haben.
Umsatzwarnung und Margendruck
Zu dem Sell-off kam es, nachdem der Windkraftanlagenbauer für das laufende Jahr einen Umsatz zwischen 3,1 und 3,3 Mrd. Euro in Aussicht stellte. Da die diesbezüglichen Erwartungen des Markts bei mehr als 3,6 Mrd. Euro lagen, war die Enttäuschung entsprechend groß. Überdies soll die EBITDA-Marge 2017 lediglich bei 7,8 bis 8,2% liegen nach 8,3% im Vorjahr.
Versprochene Besserung in 2018 realistisch?
Immerhin rechnen die Hamburger in 2018 mit Erlösen zwischen 3,4 und 3,6 Mrd. Euro. Ob sich diese Prognose bewahrheitet, wird die Zeit zeigen. Dafür sprechen die wieder signifikant höheren Ölpreise, die Windkraft attraktiver machen. Andererseits wurden in den zurückliegenden Jahren unzählige Anlagen sowohl an Land als auch insbesondere vor den Küsten in Betrieb genommen. Mithin ist eine tendenzielle Stagnation im Bereich Windräder nicht ausgeschlossen. Auf der anderen Seite erscheint der jüngste Kurskollaps doch etwas übertrieben. Mutige Anleger können daher durchaus darauf spekulieren, dass die zentrale Supportzone zwischen 13,75 und 14,27 Euro verteidigt wird und die Kurse sich anschließend wieder erholen, wobei das Aufwärtspotenzial begrenzt sein dürfte, weil Nordex mittlerweile eigentlich kein wirklicher Wachstumswert mehr ist.



