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Kapitalerhöhung der Deutschen Bank belastet den DAX!

Liebe Leser,

der deutsche Aktienmarkt ist mit Kursverlusten in die neue Handelswoche gestartet. Der DAX verlor gut ein halbes Prozent. Größter Belastungsfaktor war die Deutsche Bank mit einem Tagesverlust von rund 8%.

Die Deutsche Bank hat am gestrigen Sonntag beschlossen und mitgeteilt, wieder einmal frisches Kapital zu benötigen und aus diesem Grund eine weitere Kapitalerhöhung durchführen zu wollen. Die Deutsche-Bank-Aktie setzte daraufhin im heutigen Handel zur Talfahrt an und war der mit Abstand größte Verlierer im deutschen Leitindex DAX.

Gerüchte über eine weitere Kapitalerhöhung bei der Deutschen Bank gab es zuvor schon seit Monaten. Die Deutsche Bank hatte zuletzt Milliardenverluste geschrieben und die Kapitaldecke litt zudem unter den zahlreichen und äußerst kostspieligen Rechtsstreitigkeiten.

Kommen wir jetzt zu den Details der Kapitalerhöhung: Die Deutsche Bank will mit der gestern verkündeten Kapitalerhöhung insgesamt 8 Mrd. Euro einsammeln. Dazu sollen insgesamt bis zu 687,5 Mio. neue Aktien ausgegeben werden.

Bei einem Bestand von derzeit 1,38 Mrd. Papieren droht damit ein Verwässerungseffekt von 40%. Das genaue Bezugsverhältnis zwischen alten und neuen Aktien will die Bank am 30. März bekanntgeben.

Die neuen Papiere sollen den Aktionären der Deutschen Bank zu 11,65 Euro angeboten werden, was einem Abschlag von fast 40% gegenüber dem Xetra-Schlusskurs vom vergangenen Freitag entspricht. Die Zeichnungsfrist soll am 21. März beginnen und bis zum 6. April laufen.

Bei der anstehenden Kapitalerhöhung der Deutschen Bank handelt es sich übrigens schon um das 3. Mal seit 2013, dass das größte deutsche Geldinstitut seine Aktionäre um Kapital anpumpt. Doch wofür braucht die Deutsche Bank dieses Mal das frische Kapital?

Deutsche Bank benötigt frisches Kapital

Generell gilt: Je mehr Kapital eine Bank besitzt, desto krisenfester ist sie. Bei der Deutschen Bank soll die Kernkapitalquote nach Abschluss der Kapitalerhöhung von 11,9% zum Jahresende 2016 auf 14,1% steigen. Der zum Jahresende 2016 erreichte Wert von 11,9% stellt zwar den höchsten Wert seit 12 Quartalen dar, ist jedoch im internationalen Vergleich niedrig.

Daneben braucht die Deutsche Bank aber auch Geld für die geplante Neuaufstellung. Chef John Cryan gab bekannt, dass die Postbank nun doch nicht mehr verkauft werden soll. Stattdessen soll das Privat- und Firmenkundengeschäft der Postbank in das der Deutschen Bank integriert werden. Dafür muss die Postbank-Mutter jedoch Geld in die Hand nehmen – anstatt es von einem möglichen Käufer zu bekommen.

Zur neuerlichen strategischen Neuausrichtung gehört jedoch nicht nur die Maßnahme, die Postbank nun doch behalten zu wollen. Auch das Investmentbanking soll wieder deutlich gestärkt werden. Unter anderem sollen zwischenzeitlich ausgegliederte Bereiche in diese Abteilung zurückgeholt werden. Neben der Neuaufstellung verspricht die Deutsche Bank für die Zukunft weitere Sparmaßnahmen, die die Kosten bis 2018 um 2 Mrd. Euro drücken sollen.

Ob die weiteren Sparmaßnahmen allerdings ausreichen werden, neuerliche Kapitalerhöhungen für die nähere Zukunft auszuschließen, bleibt abzuwarten. Meine Einschätzung: Sie sollten weiterhin deutsche Bankaktien meiden. In meinen Börsendiensten und hier im „Schlussgong“ warne ich schon seit Jahren vor Bankaktien.

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