Lieber Leser,
nach der Rede der US-Notenbank-Chefin Janet Yellen vom vergangenen Freitag deutet vieles auf eine Leitzinsanhebung noch an diesem Mittwoch hin. Es wäre der erst dritte Zinsschritt seit der Finanzkrise im Jahr 2009. Zuletzt erhöhte die Fed den Leitzins im vergangenen Dezember um einen Viertelpunkt auf ein Niveau zwischen 0,5 und 0,75 Prozent. Fast genau ein Jahr zuvor ging es um 0,25 Prozentpunkte auf 0,25 bis 0,5 Prozent nach oben.
Sind die Sorgen unbegründet?
Bei Anlegern, die ihr Geld in Gold oder einem der vielen Minenbetreiber wie Barrick Gold oder Yamana Gold investiert haben, dürfte die Aussicht auf steigende Zinsen für Unruhe sorgen. Denn generell gelten sinkende Zinsen als Stütze für den Goldpreis, während steigende Zinsen dem Goldpreis eher abträglich sein sollen. Gleichzeitig geht man davon aus, dass der Dollarkurs von steigenden Zinsen profitiert und Inflationsängste schwinden. Demzufolge müsste man die bevorstehende Leitzinsanhebung eigentlich als Verkaufsargument für Goldanleger begreifen.
Wenn man sich aber die beiden vorgenannten Zinsschritte und die damit einhergehenden Auswirkungen auf den Goldpreis und den Dollarkurs anschaut, macht man eine erstaunliche Erkenntnis. Denn im Vorlauf der ersten Leitzinsanhebung im Dezember 2015 wertete der Dollar deutlich auf, während der Goldpreis an Wert verlor. Im Anschluss daran verhielt es sich aber genau andersherum, der Dollar verbilligte sich und der Goldpreis startete in den Angriffsmodus. Exakt das gleiche Szenario wiederholte sich dann ein Jahr später bei der zweiten Leitzinsanhebung. Und diesmal? In den letzten Tagen konnte der Dollar wieder zulegen, während sich der Goldpreis verbilligte. Zufall oder doch System?



