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K+S: Können die Konzernpläne wirklich überzeugen?

Liebe Leser,

trotz der nach wie vor vorherrschenden Unsicherheiten übt sich der Kali- und Salzproduzent K+S derzeit in Optimismus. So sollen im laufenden Jahr sowohl der Umsatz als auch das operative Ergebnis spürbar steigen.

Werbewirksame Pläne wie die sogenannte „Salz-2020-Strategie“, das Legacy-Projekt, die neue KKF-Anlage am Standort Hattorf sowie die Übernahme des chinesischen Düngemittelherstellers Magpower sollen die Zuversichtlichkeit der Anleger verstärken.

All jene Vorhaben klingen auf den ersten Blick natürlich vielversprechend. Aber können sie auch beim zweiten Hinsehen überzeugen?

Salz 2020

Beginnen wir mit dem Projekt „Salz 2020“. Der ambitionierte Plan des Unternehmens sieht vor, das operative Ergebnis (EBIT I) der Salzsparte im Jahr 2020 auf über 250 Millionen Euro zu verbessern. Das klingt natürlich schön und gut, bis man sich die Unberechenbarkeit des Salzpreises und die damit verbundenen Effekte auf das Ergebnis ins Gedächtnis ruft. Gerade Aussagen, die – wie hier – relativ weit in die Zukunft gerichtet sind, bringen kaum stichhaltige Erkenntnisse und können daher auch aufgrund der Marktlage meiner Meinung nach nicht überzeugen.

Projekt Legacy

Kommen wir nun zum groß angekündigten Heilsbringer der K+S-Firmenstrategie. Mit dem Projekt Legacy, einer neuen Kali-Mine im Süden der kanadischen Provinz Saskatchewan, will der Konzern die weltweite Präsenz und die Wettbewerbsfähigkeit der K+S Gruppe verstärken sowie die durchschnittlichen Produktionskosten verringern. Das Problem ist: Die Inbetriebnahme der verheißungsvollen Anlage verspätet sich. Eigentlich bereits für 2016 vorgesehen, will K+S den Komplex nun während des zweiten Quartals dieses Jahres vollständig anlaufen lassen. Eines ist sicher: Die Zeit wird knapp.

KKF-Anlage

Die Situation am Standort Hattorf ist bekannt. Obwohl die heißersehnte Versenkgenehmigung seit Ende letzten Jahres vorliegt, kann diese aufgrund enthaltener Beschränkungen nicht vollends überzeugen. Fakt ist, dass die Unsicherheiten in Hattorf weiterhin bestehen bleiben. Um der Situation langfristig Herr zu werden, will K+S eine neue Abwasseranlage (KKF-Anlage) an der Werra errichten. Ob das Projekt tatsächlich die gewünschte Wirksamkeit entfalten wird, bleibt fraglich. Einer Stellungnahme der Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V. zufolge ist die Anlage zur Kainit-Kristallisation mit anschließender Flotation (KKF) angeblich weit weniger effektiv als von Unternehmensseite angegeben. Die Reaktion von K+S wird aber vermutlich nicht lange auf sich warten lassen.

Magpower

Anfang des Jahres wurde bekannt, dass K+S die Übernahme des chinesischen Düngemittelherstellers Magpower abschließen konnte. In diesem Punkt kann der Konzern – meiner Meinung nach – durchaus überzeugen. Mit der Übernahme des Standorts im Reich der Mitte will K+S die Reichweite in Südostasien verbessern. Dies könnte aufgrund der wachstumsintensiven Situation vor Ort durchaus vielversprechend sein.

Viele Fragen sind noch offen. Schafft K+S die Wende und bringt sich in Zukunft wieder besser in Stellung? Bald dürften wir schlauer sein.

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