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BVB-Bomber gefasst - Anschlag sollte Kurssturz der BVB-Aktie erzwingen

Ermittler fassen mutmaßlichen BVB-Bomber. Er wollte durch den Anschlag einen Kurssturz der BVB-Aktie erzwingen und mit sogenannten Put-Optionen ein Vermögen verdienen.

 

Die Bombenattacke auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund ist offenbar aufgeklärt. Spezialkräfte der GSG 9 haben nach SPIEGEL-Informationen in Baden-Württemberg den mutmaßlichen Täter festgenommen.

 
Der Beschuldigte ist wohl kein Extremist - er soll aus Habgier versucht haben, mit dem Bombenanschlag möglichst viele Teammitglieder von Borussia Dortmund zu töten oder zu verletzen. Nach Erkenntnissen der Bundesanwaltschaft und des Bundeskriminalamts wollte er auf diese Weise einen Kurssturz der BVB-Aktie erzwingen und mit sogenannten Put-Optionen ein Vermögen verdienen.

Sergej W. hat nach SPIEGEL-Informationen einen Verbraucherkredit über 40.000 Euro aufgenommen und von einem Teil des Geldes Put-Optionsscheine auf die BVB-Aktie gekauft.

 
Nach Informationen des SPIEGEL wurden am 11. April, dem Tag des Anschlags, vier Mal 15.000 Put-Optionsscheine auf die BVB-Aktie mit einer Laufzeit bis 16. Juni 2017 gekauft, dazu noch einmal 5000.

Es handelt sich dabei um vier verschiedene Produkte der genossenschaftlichen DZ Bank, mit denen man mit vergleichsweise geringem Einsatz hohe Gewinne erzielen kann. Insgesamt wurden an diesem Tag also 65.000 solcher Put-Optionen im Volumen von insgesamt knapp 7000 Euro gekauft. Ob der mutmaßliche Täter hinter all diesen Transaktionen steckt, ist jedoch unklar.

In der deutschen Kriminalgeschichte dürfte die Tat beispiellos sein und ein völlig neues Phänomen darstellen. Vorausgegangen waren dem kriminalistischen Erfolg intensiv geführte Ermittlungen Hunderter Beamter. Die Behörden hatten den Verdächtigen seit einiger Zeit im Visier, sie observierten ihn seither pausenlos. Auf die Spur hatte sie unter anderem ein Hinweisgeber aus dem Finanzsektor gebracht.

 

Nach der Festnahme eines dringend Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat die SPD weitere Investitionen in die Polizeibehörden gefordert. "Der rasche Fahndungserfolg zeigt, dass unsere Sicherheitsbehörden trotz anhaltender terroristischer Bedrohung weiterhin auch einen Rundum-Blick auf alle anderen kriminellen Erscheinungsformen haben", sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Burkhard Lischka, der "Welt".

Das sei für die objektive Sicherheit in Deutschland wichtig, aber auch für das subjektive Sicherheitsempfinden der Bevölkerung ganz entscheidend. "Damit das so bleibt, sind weitere Investitionen in Personal und Technik bei den Polizeibehörden von Bund und Ländern unerlässlich", so Lischka.

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