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Solarworld: Irgendwie schade, wenn man am Ende doch Recht behält!

Lieber Leser,

am 27. September 2016 schrieb ich Ihnen in einer meiner zahlreichen Analysen zu Solarworld:

„Ich werde nicht müde, den Rat zu erteilen, den ich schon seit Monaten gebe: Hände weg von der Solarworld-Aktie. Am Ende dieser Talfahrt wird irgendwann in den nächsten Jahren die endgültige Insolvenz stehen!“

Am 21. Februar 2017 kommentierte ich den Verkauf von 50% der Solarworld-Anteile am Lithium-Projekt im Osterzgebirge an die Bacanora Minerals Ltd. für 5 Mio. Euro wie folgt:

„Wenn ein Unternehmen finanziell in die Bredouille gerät, dann erfordert das oft ungewöhnliche Maßnahmen. Nicht selten zwingen einem die finanziellen Daumenschrauben dann Verkäufe auf, die man unter „normalen“ Umständen wohl nicht getätigt hätte. Der Volksmund spricht dann vom Verkauf des Tafelsilbers, also dem sozusagen letzten Eigentum, das in einer Notlage verhökert wird. …

Für Firmenchef Asbeck ist ‚Lithium ein entscheidender Rohstoff für Speichertechnologien, … der der Verbreitung von Solarstrom einen weiteren enormen Schub geben‘ werde. Wenn dem so ist, dann frage ich mich, warum Solarworld einen solchen ‚Rohdiamanten‘ freiwillig aus den Händen gibt?“

Gestern Abend hatten alle Spekulationen ein Ende: Solarworld-Chef Asbeck gab in einer Pressemitteilung zu, dass sein Unternehmen überschuldet ist, keine positive Fortbestehensprognose mehr besteht und der Konzern somit Insolvenz beantragen wird.

Solarworld_170511

Nein: Ich hatte weder Insiderwissen, noch eine prophetische Gabe. Tatsächlich bemühe ich mich bei meinen Analysen lediglich darum, über den Tellerrand hinaus zu schauen und 1 und 1 zusammenzuzählen, wie der Volksmund sagt. Während sich andere „Experten“ immer wieder von den positiven Zwischenäußerungen zu Kaufempfehlungen hinreißen ließen, bin ich meiner Linie treu geblieben, Sie unablässig vor Investments in dieser Aktie zu warnen – sei es nun aufgrund der beliebten Abzocker-Spielchen oder aufgrund meiner langfristigen Erwartung einer Insolvenz.

Ich persönlich finde es schade, dass die Ära Solarworld nun ein solches Ende findet. Immerhin hat die Aktie in den Jahren 2002 bis 2007 mit ihrem sensationellen Kursanstieg um mehr als +21.000% so manchen Investor reich gemacht. Die Kehrseite der Medaille ist: Seit dem Kursgipfel im November 2007 hat die Solarworld-Aktie wohl auch so manchen Aktionär arm gemacht.

Nicht wenige dürften sich nach dem heutigen Kursabsturz um fast -75% über ihren Mut zur Spekulation ärgern – beklagen sollten sie sich indes nicht!

EinBeitrag von Andreas Sommer.

Herzliche Grüße

Ihr Robert Sasse

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