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Walter kritisiert Josef

Norbert Walter kritisiert Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann wegen Äußerungen zu Griechenland. „Es wäre klüger gewesen, auf Fälle zu verweisen, die durch eine Wende in der Grundhaltung zu Erfolgen wurden."

 



Norbert Walter, der Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank, hat Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann wegen seiner Äußerungen zu Griechenland kritisiert. Dieser hatte vor wenigen Tagen bezweifelt, ob Griechenland über die Zeit wirklich in der Lage sei, die erwartete Leistungskraft aufzubringen. Dazu sagte Norbert Walter in einem Interview des Wirtschaftsmagazins FOCUS-MONEY: „Dies zu denken ist analytisch sachgerecht. Dies zu äußern dagegen nicht.“ Dies gelte vor allem wegen der negativen Wirkung auf das Verhalten von Marktteilnehmern, die weniger gut informiert seien. „Es wäre klüger gewesen, auf Fälle zu verweisen, die durch eine Wende in der Grundhaltung zu Erfolgen wurden. Immer wieder sorgen Länder für Überraschungen, mit denen man eigentlich nicht rechnen konnte. Ich selbst bin von solchen Kurswechseln schon des Öfteren überrascht worden“, erklärte Walter.

Der Ex-Chefvolkswirt der Deutschen Bank lobte das Hilfspaket für Griechenland: „Der Rettungsschirm ist vom Volumen her absolut ausreichend und vom Inhalt her absolut bedarfsgerecht konzipiert. Da gibt es überhaupt nichts zu kritisieren. Im Gegenteil: Mit dem Hilfsprogramm haben die Europäer bewiesen, dass sie – wenn es wirklich darauf ankommt – binnen wenigen Tagen eine vernünftige und sorgfältig durchdachte Lösung präsentieren können“, sagte Walter. Darauf könnten die Europäer stolz sein.

Allerdings geht Walter mit der Europäischen Zentralbank hart ins Gericht, die erstmals in ihrer Geschichte Staatsanleihen maroder Länder aufkauft. „Das ist in meinen Augen eine absolute Todsünde. Das ist einerseits nicht Aufgabe einer Zentralbank, andererseits halte ich den Vorgang für verfassungswidrig“, sagte er. Darüber hinaus hält er es für unverantwortlich, dass die Europäische Zentralbank die Verantwortung für Vermögensverluste übernimmt. „Diese sollte bei denen bleiben, die die Ramschanleihen gekauft haben. Aus diesem Grund halte ich die Übernahme dieses Ramschs in die Bilanz der Europäischen Zentralbank für eine echte Todsünde“, so Walter zu FOCUS-MONEY.

 

 

 

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