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Thilo & die SPD

SPD-Veteranen Engholm, Koschnik und Eppler sprechen sich gegen  einen Sarrazin-Rauswurf aus. Umfrage: Deutliche Mehrheit der Deutschen für den Verbleib von  Thilo Sarrazin in der SPD. Sarrazin: “Mein Buch enthält keine parteischädigenden Äußerungen“.

Berlin. Bekannte Sozialdemokraten haben sich gegen einen Ausschluss
Thilo Sarrazins aus der SPD ausgesprochen. Der ehemalige Parteichef
Björn Engholm (70) sagte BILD am SONNTAG: “Ein Rausschmiss ist
immer unerfreulich, zumal das Verfahren Sarrazin eine noch größere
Popularität bescheren wird.“ Hans Koschnik (81), ehemaliger SPD-Vize
und Bremer Bürgermeister, lehnte einen Rauswurf strikt ab: “Das
Mittel des Parteiausschusses halte ich im Falle Sarrazin für
falsch.“ SPD-Vordenker Erhard Eppler (83) sagte: “Ich bin überzeugt,
dass er am Ende gar nicht aus der SPD ausgeschlossen wird.“

Unterstützung für das Ausschlussverfahren, das am Montag nach
der Kreis- und Landesebene auch vom Bundesvorstand eingeleitet
wird, kommt von Horst Ehmke (83), Kanzleramtsminister unter SPD-Bundeskanzler
Willy Brandt: “Es ist das gute Recht der Partei, gegen ihn ein
Ausschlussverfahren zu eröffnen. Da hat er ja die Chance, alles
zu erklären.“

Eine klare Mehrheit der Deutschen (53 Prozent) ist für Thilo
Sarrazins Verbleib in der SPD. In einer repräsentativen Emnid-Umfrage
für BILD am SONNTAG sprachen sich lediglich 37 Prozent der Befragten
dagegen aus. Noch größer ist die Zustimmung für Sarrazin bei
den SPD-Anhängern: Auf die Frage, ob Thilo Sarrazin SPD-Mitglied
bleiben sollte, antworteten 56 Prozent der SPD Anhänger mit “ja“.
38 Prozent antworteten mit “nein“. Überraschend: 81 Prozent der
FDP-Anhänger sind für einen Verbleib Sarrazins bei den Sozialdemokraten.

Allerdings: Dass ein Ausschluss Sarrazins der SPD schaden würde,
glaubt nur eine Minderheit der Deutschen. Auf die Frage, ob ein
Parteiausschluss von Sarrazin der SPD schaden würde, antworteten
45 Prozent mit “ja“. 48 Prozent antworteten mit “nein“. Bei den
SPD-Anhängern hält nur ein Drittel (35 Prozent) einen Ausschluss
für schädlich, 62 Prozent glauben, dass ein Rauswurf der Partei
schade.

Thilo Sarrazin sieht weiterhin nicht den geringsten Grund, der
ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn rechtfertigen würde:
“Bisher kenne ich nur Fernsehinterviews von Parteigrößen und
keinen Schriftsatz über meine angeblichen Verfehlungen. Mein
Buch enthält keine parteischädigenden Äußerungen“, sagte Sarrazin
BILD am SONNTAG. Sein Parteibuch konnte Sarrazin auf Nachfrage
nicht vorzeigen. Er habe es trotz intensiver Suche nicht finden
können.

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