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PIMCO verkauft alle US-Anleihen

Der weltgrößte Anleihen-Verwalter PIMCO wirft alle US-Anleihen raus. Der größte Anleihen-Fonds der Welt trennt sich auch von allen Derivaten, die im Zusammenhang mit US-Anleihen stehen. Die Auswirkungen dieses Vorgangs ist den Märkten offenbar noch nicht bewusst.

 

PIMCO, der größte Anleihen-Halter der Welt, trennt sich offenbar von allen US-Bonds. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach  wirft PIMCO in seinem "Total Return Fund" alle US-Bonds raus. Ebenfalls liquidiert werden diverse Derivate auf Bonds, die mit US-Anleihen zu tun haben.

Auf der Verkaufsliste von PIMCO steht alles, was irgendwie in Zusammenhang mit US-Anleihen gebracht werden kann:  TIPS, AGENCIES, INTEREST RATE SWAPS, TREASURY FUTURES, OPTIONS,  FDIC-GUARANTEED CORP SECURITIES. Einen solchen Vorgang gab es noch nie. PIMCO galt bisher immer als getreuer Vasalle des Fed-Systems. Die symbolische Wirkung dieses Vorgangs kann nicht hoch genug bewertet werden und wird schon in Kürze weltweit die Alarmglocken läuten lassen. Denn die Verkaufsaktion ist nichts anderes als ein Super-Gau für den Anleihenmarkt, weil damit der größte Anleihenkäufer der Welt praktisch sein Mißtrauensvotum  gegen die Bonität der USA manifestiert.

Der "Total Return Fund" ist mit einer Anlagesumme von fast 240 Milliarden US-Dollar der größte Anleihen Fonds der Welt. Die Aktion dürfte nicht ohne große Auswirkungen bleiben - zumal auch die Treasury-Futures verkauft werden sollen. Wenn der größte Anleihen-Fonds der Welt sich von US-Bonds trennt, dann entsteht eine gefährliche Situation, weil damit theoretisch die Zinsen steigen - wenn nicht die Fed auf der Käuferseite stehen würde.

Einige Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Ausverkauf von Anleihen durch PIMCO aufgrund der Befürchtung geschah, dass nach dem Auslaufen von QE2  im Sommer die Fed keineswegs einen Exit sucht sondern QE3 auflegt.

Der Chef von PIMCO, Bill Gross, hatte sich zuletzt wiederholt extrem negativ zum Verhalten der US-Notenbank geäußert. Bill Gross verglich Ben Bernanke mit Satan und warf der US-Notenbank vor, sie würde ein Ponzi-Scheme betreiben.

Gross beurteilte Anfang Februar die Geldpolitik der Fed als  Teufelspakt und übte scharfe Kritik an Ben Bernanke. Anleihenbesitzer wären einem Pakt mit dem Teufel eingegangen. Beim Bondportfolio sei ein „Exorzismus“ notwendig.  - Diesen Exorzismus vollzog der Anleihen-Manager des größten Bond-Fonds der Welt nun offenbar auch im eigenen Portfolio und warf alle US-Anleihen kurzerhand raus. Siehe auch: PIMCO vergleicht Bernanke mit Satan.

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