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EZB: Keine Verluste mit Anleihen-Ramsch

EZB-Direktorin: "Wir haben keine Verluste erlitten, wir halten die Papiere bis zur Fälligkeit". - "Die EZB geht davon aus, dass das griechische Konsolidierungsprogramm umgesetzt wird".


 EZB-Direktoriumsmitglied Gertrude Tumpel-Gugerell hat alle Kritik am Verhalten der Europäischen Zentralbank in der Eurokrise zurückgewiesen. Die EZB habe die Marktlage sehr genau im Blick, habe sich keineswegs von der Politik zum Aufkauf von Staatstiteln drängen lassen - und gehe damit weder ein juristisches noch ein finanzielles Risiko ein, sagte die Notenbankerin im Gespräch mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe)


"Wir haben keine Verluste erlitten, wir halten die Papiere bis zur Fälligkeit", betonte Tumpel-Gugerell. Energisch widersprach sie allen Aussagen von Volkswirten, die EZB gehe durch den Ankauf von Staatstiteln enorme Risiken ein und habe gemessen an den Marktkursen, die die Rückzahlungserwartungen widerspiegeln, schon erhebliche Verluste erlitten.

Tumpel-Gugerell kann sich auch nicht mit der Ansicht von Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble anfreunden, dass sich eine Umschuldung Griechenlands nicht mehr vermeiden lasse. "Die EZB geht davon aus, dass das griechische Konsolidierungsprogramm umgesetzt wird", sagte sie. Das bedeute, dass Griechenland ohne Umschuldung auskomme. Folglich würden auch die Anleihegläubiger nicht zur Kasse gebeten.

Und schließlich weist Tumpel-Gugerell alle Kritiker zurück, die im Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB einen Rechtsbruch sehen. Die Notenbank dürfte zwar tatsächlich keine Neuemissionen erwerben, weil sie sich damit an einer direkten Staatsfinanzierung beteiligen würde. Doch habe die EZB lediglich am Sekundärmarkt Staatsanleihen gekauft, was eine völlig andere Sache sei: "Beim Kauf von Neuemissionen fließt Geld direkt in den öffentlichen Haushalt. Im Gegensatz dazu bedeutet der Kauf am Sekundärmarkt, dass der Staat in der Vergangenheit bereits einen Käufer für seine Schuldtitel gefunden hatte. Es fließt also kein Geld von der Zentralbank an den öffentlichen Haushalt, sondern an andere Marktteilnehmer," erklärt die Notenbankerin.

Bei diesem Schritt habe sich die EZB keineswegs von den Regierungen der Euroländer beeinflussen lassen. "Wir waren damals sehr nah am Marktgeschehen. Wir konnten genau beurteilen, wie angespannt die Stimmung war, nicht nur in Europa, sondern auch global. Wir haben diesen Schritt autonom gesetzt, und ich bin nach wie vor der Meinung, er war richtig," sagt Tumpel Gugerell.
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