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China: Kommunismus als Kannibalismus (II)

MMnews hatte am 29. 06. 2011 bereits einmal über die ungeheuren Verbrechen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) – Verfolgung, Inhaftierung, Folterung, Ausschlachtung (Organraub) und Ermordung von FALUN GONG-Anhängern – berichtet. Aus zwei aktuellen Anlässen hier nun die Fortsetzung der Berichterstattung über China.

 

von Norbert Knobloch

Wie die Epoch Times Deutschland in ihrer Ausgabe vom 8. Juli 2011 berichtet, ist Chinas ehemaliger Staatschef Jiang Zemin höchstwahrscheinlich gestorben. Das wäre an sich im wörtlichen Sinn nicht der Rede wert und so relevant wie der sprichwörtliche Sack Reis, der irgendwo in China platzt oder umfällt – wenn nicht genau dieser Jiang Zemin ursächlich und schuldhaft verantwortlich wäre für schwerste Menschenrechts-Verletzungen im kommunistischen China. Zemin war es, der 1999 die „Kampagne zur Auslöschung von FALUN GONG“  ins Leben rief und zu diesem Zweck das „Büro 610“, die chinesische GESTAPO, einrichtete, der seitdem mindestens 14.000 (vierzehntausend) FALUN-GONG-Praktizierende zum Opfer gefallen sind. Rund drei Millionen FALUN-GONG-Praktizierende befinden sich derzeit als politische Gefangene in Haft; bis Februar 2011 sind 3.419 Todesfälle durch Folter namentlich dokumentiert worden.

 

Der 84jährige Jiang Zemin war zu den Feierlichkeiten zum 90. Jahrestag der Gründung der Kommunistischen Partei Chinas nicht erschienen. Am Mittwoch, dem 6. Juli, gab der Fernsehsender ATV in Hongkong sein Ableben bekannt. Am Donnerstag, dem 7. Juli, folgte prompt ein offizielles Dementi der regierungsamtlichen chinesischen Nachrichten-Agentur Xinhua. Die Meldung des Senders ATV wurde gelöscht, und die staatliche Zensur wurde zur unfreiwilligen Realsatire: alle Begriffe, die das Wort „Jiang“ als Bestandteil haben, wurden in den Medien und im Internet gelöscht; da „Jiang“ aber „Fluß“ bedeutet, verschwanden sämtliche Fluß-Namen aus dem Netz – so z. B. auch der Jangtse, der auf Chinesisch „Chang Jiang“ („Langer Fluß“) heißt.

 

Warum aber diese künstliche Aufregung um einen abgehalfterten Politiker, der schon 2003 sein Amt als Staatschef abgegeben hatte, 2002 den Posten des General-Sekretärs der Kommunistischen Partei Chinas geräumt hatte und 2004 als Chef der Militär-Kommission zurückgetreten war? Der in Paris lebende chinesische Journalist und Dissident Wu Baozhang, der als weitsichtiger und scharfsinniger Beobachter der Politik Pekings gilt, erläutert die Zusammenhänge u. Konsequenzen:

 

Es ist demnach in der Kommunistischen Partei Chinas üblich, daß bestimmte Ereignisse mit den jeweils betreffenden Machthabern verbunden bleiben, solange diese leben. So z. B. die zynisch so genannte „Kultur-Revolution“ mit Mao Tse Tung, der Schießbefehl auf dem Tiananmen-Platz („Platz des Himmlischen Friedens“ sive „Platz des staatlichen Meuchelmordens“) 1989 mit Deng Xiaoping und die Verfolgung der FALUN GONG seit 1999 eben mit Jiang Zemin. Diese „Tradition“ geht auf die dynastischen chinesischen Kaiser zurück, die bis zu ihrem Tode an der Macht blieben (weshalb, nebenbei bemerkt, auch kaum einer eines natürlichen Todes starb).

 

Der (vermutliche) Tod Jiang Zemins nun bedeutet, daß hinter den Kulissen die Karten neu gemischt werden und sich das parteiinterne Machtgefüge ändert. Wu Baozhang hält es durchaus für möglich, dass Zemin zwar schon klinisch tot ist, aber noch künstlich beatmet wird, bis die neuen Seilschaften sich gebildet, die neuen Cliquen sich formiert und die neuen Klüngel sich etabliert haben. Und gerade deswegen sieht Baozhang eine zwar sehr geringe, aber doch gegebene Chance, daß eine Änderung der Haltung gegenüber der FALUN-GONG-Bewegung eintritt. Diese Chance könnte durch diplomatischen politischen Einfluß des Westens genutzt und vergrößert werden.  (The Epoch Times, 08. 07. 2011, www.epochtimes.de)


Eine aktuelle Gelegenheit dafür ist der XXXII. International Congress on Law and Mental Health vom 17. bis 23 Juli in der Berliner Humboldt-Universität. Veranstalter ist die International Academy of Law and Mental Health (IALMH) unter der Schirmherrschaft des Berliner Senats für Erziehung, Wissenschaft und Forschung. Auf diesem Kongreß werden der u.s.-amerikanische Arzt Torsten Trey, Mitglied der Menschenrechts-Organisation „Doctors against Forced Organ Harvesting“ („Ärzte gegen gewaltsamen Organraub“), und der international bekannte kanadische Menschenrechts-Anwalt David Matas über das Thema „Forced Organ Harvesting in China“ („Gewaltsamer Organraub in China“) referieren:

 

Dienstag, 19. 07. 2011, 16:15 - 18:15, Seminar-Gebäude, Eingang Dorotheenstraße 24, Raum 1.501

Thema: „Human Rights and Mental Health Issues in China“

“Forced Organ Harvesting in China” , Part I

Torsten Trey, Doctors against Forced Organ Harvesting, Washington, U.S.A.

“Forced Organ Harvesting in China”, Part II

David Matas, University of Manitoba, Canada  www.ialmh.org

 

David Matas hatte zusammen mit David Kilgour, dem ehemaligen kanadischen Staats-Sekretär für Asien und Member of Parliament of Canada (Mitglied des kanadischen Parlaments), am 6. Juli 2006 einen Untersuchungsbericht über die verbrecherischen, systematischen Organraub- und Transplantations-Praktiken in China veröffentlicht (MMnews berichtete). Nachfolgend zwei Fälle:

 

Im Jahr 2001 wird die damals 45jährige Geschäftsfrau Wang Yuzhi, Mutter eines halbwüchsigen Sohnes und FALUN-GONG-Anhängerin, verhaftet. In Haft protestiert sie mit einem Hungerstreik gegen ihre rechtswidrige Gefangenschaft. Daraufhin wird bei ihr eine „Zwangsernährung“ vorgenommen, indem ihr mit Gewalt durch einen überdimensionierten Schlauch durch die Nase Kot (!) und Urin (!) eingeflößt werden. Folge: zerfetztes Gewebe in Luft- und Speiseröhre, innere Blutungen, beginnender und zunehmender, irreversibler Verlust des Augenlichtes sowie eine zerstörte physische Gesundheit allgemein und ein irreparabler psychischer Schaden (Trauma).

 

Bei drei Untersuchungen in der Klinik des Zwangsarbeits-/Konzentrations-Lagers und in zwei „Krankenhäusern der Mitarbeiter für Öffentliche Sicherheit“ in Harbin/Provinz Heilongjiang im Oktober 2011 und März 2002 konstatieren die „Ärzte“, ihr Körper sei „völlig wertlos“ und „komplett unbrauchbar“ (Original-Ton!). Zwar sei ihre Haut „fein und hell“ (wichtiges Kriterium bei Haut-Transplantationen für westliche „Kunden“!), doch wird ihre „Eignung“ wegen einer Haut-Allergie verneint. Am 8. Mai 2002 kann Wang Yuzhi mit Hilfe einer Krankenschwester aus dem Krankenhaus, in das sie wegen ihres äußerst schlechten Zustandes verlegt worden ist, fliehen. Im November 2002 erhält sie politisches Asyl in Kanada. Am 18. Mai 2006 wendet sie sich im Presseclub in Washington, D.C., mit einem dringenden Appell an die Welt-Öffentlichkeit.  (The Epoch Times, 03. 06. 2006; http://www.epochtimes.de)

 

In einem 30minütigen Interview hat nun erstmals ein Augenzeuge, ein Beamter der „Öffentlichen Sicherheit“ der Provinz Liaoning, Details der Praxis des Organraubes an lebenden, nicht anästhetisierten Opfern aus den Reihen verhafteter FALUN-GONG-Anhänger geschildert. Das Interview wurde in zwei Gesprächen eines Ermittlers der „World Organization to Investigate the Persecution of Falun Gong“  („Welt-Organisation zur Untersuchung der Verfolgung von Falun Gong“) (WOIPFG) geführt; die schriftliche Aufzeichnung steht auf deren Website zur Verfügung (http://www.clearwisdom.net).

 

Auf der Seite http://www.myblog.stenor.de ist ein zweieinhalb-minütiger Ausschnitt des Interviews mit chinesischem Original-Ton und deutschen Untertiteln zu sehen und zu hören. Der Beamte bleibt aus verständlichen Gründen anonym.  Der vollständige Augenzeugenbericht dieses Falles ist auch zu finden unter www.epochtimes.de

 

Der an dem unvorstellbaren Verbrechen beteiligte, aber reuige Polizist beschreibt die wochenlange Folterung, mehrfache Vergewaltigung und schließliche Ermordung einer dreißigjährigen Lehrerin und FALUN-GONG-Anhängerin, der bei lebendigem Leibe und vollem Bewußtsein ohne Narkose Herz und beide Nieren chirurgisch entnommen wurden. Sie verstarb (natürlich) bei der „Operation“.

 

Und schon wieder haben sich deutsche „Politiker“ an einem neuen Holocaust mitschuldig gemacht:  „Bundeskanzlerin“ Merkel empfing den chinesischen Ministerpräsidenten Wen Jiabao am 27./28. Juni mit militärischen „Ehren“ vor dem Kanzleramt, als ob sie nichts von diesem Genozid seines kommunistischen Regimes wüßte… Vielleicht liegt das ja auch an Merkels kommunistischer Vergangenheit und ihrer Tätigkeit als „IM Erika“ für die „Staatssicherheit“ (STASI) der „DDR“…

 

„Ich denke, es ist an der Zeit, das chinesische kommunistische Regime wegen Genozids vor Gericht zu bringen.“ (Edward McMillan Scott, Vize-Präsident des EU-Parlaments)

 

„Falun Gong ist die Zielgruppe, die nach 1945 auf der Welt am grausamsten verfolgt wird. Millionen unschuldiger Menschen werden diffamiert und willkürlich verhaftet.“ (Marco Cappato, Abgeordneter im EU-Parlament)

„Wir appellieren weltweit an die chinesische Führung in Peking und in ganz China, die Mißandlungen zu stoppen: Stoppt die Verhaftungen! Stoppt das Töten! Stoppt die Folter! Stoppt die Internierungen! Stoppt die Einschüchterungen!“ (Marc Palmer, U.S.-Botschafter a. D. und Vize-Präsident von Freedom House)

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