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Millionen-Rente für Topmanager

DAX-Manager kassieren üppige Millionen-Renten. Trotz neuer Gesetze sind die Pensionszusagen deutscher Topmanager nach wie vor extrem hoch  - manager magazin hat die Altersvorsorgemodelle der obersten Führungskräfte in den 80 größten Börsenfirmen analysiert. - Insgesamt stehen mehr als 580 Millionen Euro für die künftigen Pensionen der heutigen Topmanager in den Bilanzen der 30 Dax-Konzerne.

 

Deutschlands Topmanager sind im Alter äußerst gut versorgt. Üppige Aktienpakete, hohe Übergangsgelder und großzügige Firmenrenten garantieren den obersten Führungskräften der Republik einen sorgenfreien Ruhestand. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Pensionszusagen der 80 größten deutschen Börsenfirmen, die manager magazin zusammen mit Professor Joachim Schwalbach von der Berliner Humboldt-Universität in seiner aktuellen Ausgabe durchgeführt hat (ab 22. Juli  am Kiosk).

Das Ergebnis: Trotz der im Vorstandsvergütungsgesetz verschärften Regeln werden Luxuspensionen gezahlt und üppige Vorstandsklauseln ausgehandelt. So flossen etwa beim aktuellen Bayer-Chef Marijn Dekkers allein im Jahr 2010 mehr als 2,1 Millionen Euro in die Pensionsrückstellungen. Insgesamt stehen mehr als 580 Millionen Euro für die künftigen Pensionen der heutigen Topmanager in den Bilanzen der 30 Dax-Konzerne.

Dabei profitieren viele Topmanager von einem Doppeleffekt: Sie gehören mit zu den Ersten, die in den Genuss der nach der Jahrtausendwende aufgelegten Aktienoptionsprogramme kommen. Gleichzeitig können sie zum großen Teil noch die Versorgungssysteme der alten Deutschland AG in Anspruch nehmen. Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann etwa hält derzeit mehr als 560 000 Aktien seines Arbeitgebers im Gesamtwert von rund 23 Millionen Euro. Zugleich hat die Deutsche Bank 13,2 Millionen Euro für die Altersvorsorge des Vorstandsvorsitzenden zurückgestellt.

Damit zählt Ackermann jedoch noch nicht zu den Dax-Chefs mit den am höchsten dotierten Pensionsrückstellungen. Diese Liste führt Daimler-Vorsteher Dieter Zetsche mit 22,7 Millionen Euro an, gefolgt von Volkswagen-Lenker Martin Winterkorn (17,9 Millionen Euro) und dem ehemaligen Bayer-Chef Werner Wenning (14,7 Millionen Euro, siehe auch Tabelle unten).

„Mit derartigen Rundum-sorglos-Paketen führen viele Aufsichtsräte ihre eigene Argumentation ins Absurde, mit der sie in der Vergangenheit stets die enormen Steigerungen der Vorstandsgehälter verteidigt haben“, sagt Managementprofessor Joachim Schwalbach.

Die am besten versorgten Konzernchefs im Dax (Stand 31.12.2010)

Rang            Unternehmen                  Pensionsrückstellungen
                                                               (in Millionen Euro)
1       Dieter Zetsche/Daimler                      22,706
2       Martin Winterkorn/VW                        17,857
3       Werner Wenning/Bayer(1)                 14,675
4       Jürgen Hambrecht/BASF                   14,555
5       Wulf Bernotat/Eon(2)                         13,581


(1) Bayer-Vorstandsvorsitzender bis 30.9.2010; (2) Eon-Vorstandsvorsitzender bis 30.4.2010; Quelle: Geschäftsberichte
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