Achtung: Bis 50.000 Euro Bußgeld für 1 erschlagene Wespe

In dem ständigen Ansinnen, den Untertanen durch Abgaben und Bußgelder Geld aus der Tasche zu ziehen, hat der Staat das Insekt als Einnahmequelle entdeckt. Das Totschlagen einer Wespe kostet - je nach Art - bis 50.000 Euro.

 

Von Christian Hiß

Reagieren Sie allergisch auf Insektenstiche, besonders Wespengift? Nein? Dann sollten Sie sich zukünftig beim Frühstück mit der zusammengerollten Druckerschwärze auch genannt Zeitung oder der Fliegenklatsche zurückhalten, denn es könnte verdammt teuer werden.

Das Problem ist allbekannt, Sommer, Sonne, man will draußen sein. Doch Frühstück, Kaffeetafel, das dem Deutschen so liebe Grillen, alles Einladungen für diverse, meist gelb-schwarz gestreifte, Plagegeister, die sich von ihrem surrenden Besuch einen Gratissnack erhoffen.

Eine erschlagene Wespe kostet bis 50.000 Euro

Doch auch wenn die Wespe ein echtes Problem in Sachen Außenwirkung hat – besonders die größte Gattung, die Hornisse, um die sich viele urban legends ranken (und nein, seien Sie beruhigt, Hornissen töten keine Pferde) – steht sie als Wildtier unter Naturschutz. Sollten Sie also eine der zwei hier häufigsten Arten – deutsche Wespe oder gemeine Wespe – auf ihrem Marmeladentoast antreffen, halten Sie inne!

Das Erschlagen einer Wespe, aber auch das bloße Einfangen oder „nur“ Verletzen kostet je nach Bundesland bis zu 5.000 bzw. 50.000 Euro, je nachdem, ob im Bundesland zwischen geschützt und besonders geschützt unterschieden wird.

Berlin verlangt für die beim Frühstück ermordete Wespe etwa bis zu 5.000 Euro, Brandenburg bereits bis zu 13.000 Euro - sollten Sie versehentlich eine besonders geschützte Wespenart erwischt haben, dann ruft die Hauptstadt bis zu 50.000 Euro, das Berliner Umland bis zu 65.000 Euro auf. Sie müssen also nicht unbedingt besonders tierlieb oder ein böser Geizhals sein, um die Fliegenklatsche liegen zu lassen und Speis und Trank mit den nervenden Hautflüglern zu teilen.

Domestizierte Bienen dürfen Sie klatschen, Wildbienen nicht

Ein wenig Trost jedoch gibt es, die „besonders geschützten“ Arten – etwa die seltene Kreiselwespe – sind vermutlich derart selten, dass sie sich wohl nicht auf ihren gedeckten Tisch verirren werden.

Es ist darüber hinaus auch nicht besonders wahrscheinlich, dass der Sie nach einer ausgerutschten Hand anzeigende Dritte (Blockwart?) das plattgedrückte Opfer noch sauber einer Art zuordnen kann, vielleicht war es ja doch nur eine domestizierte Biene. Die felißigen Honigsklaven des Imkers gelten tierschutzrechtlich als „Massenware“, nur die Wildbiene steht unter Naturschutz.

Notwehr-Regel für Allergiker.

Sollten Sie jedoch Allergiker sein, dann dürfen Sie zum Selbstschutz auch tödliche Gewalt anwenden – Notwehr! Eine „Verhältnismäßigkeitsprüfung“ wie bei der Notwehr unter Menschen, findet hier nicht statt - es zählt zwar jedes Leben, auch das der Wespe, aber gegen den drohenden anaphylaktische Schock dürfen Sie sich mit der Klatsche zu Wehr setzen ohne anschließend bankrott zu gehen.

Ach, sollten Sie auf ein Nest stoßen, Obacht, es könnte dank horrender Bußgeldandrohung – bis zu 65.000 Euro – mehr wert sein als Ihr Hausstand oder eine Eigentumswohnung in der Provinz, machen Sie ein besser einen großen Bogen drum (oder lassen Sie sich nicht erwischen).

Das Fazit für diesen Sommer: Der Deutsche liebt nicht nur Tiere, er liebt auch Bußgelder. Lassen Sie sich nicht stechen (von Wespe oder Ordnungsamt).

 

Bußgeldkatalog Wespen

Bußgeld für das Fangen, Verletzen, Töten von Wespen sowie für die Beschädigung oder Zerstörung der Fortpflanzungs- oder Ruhestätten

Ohne vernünftigen Grund fangen, verletzen, oder töten
Bundesland Bußgeld Bußgeld (besonders geschützte Wespenart)*
Baden-Württemberg Bis zu 15.000 € Bis zu 50.000 €
Bayern Bis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Berlin Bis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Brandenburg Bis zu 13.000 € Bis zu 65.000 €
Bremen Bis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Hamburg Bis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Hessen Bis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Mecklenburg-Vorpommern Bis zu 20.000 € Bis zu 20.000 €
Niedersachsen Bis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Nordrhein-Westfalen Bis zu 50.000 € Bis zu 50.000 €
Rheinland-Pfalz Bis zu 5.000 € Bis zu 5.000 €
Saarland Bis zu 10.000 € Bis zu 10.000 €
Sachsen Bis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Sachsen-Anhalt Bis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Schleswig-Holstein Bis zu 5.000 € Bis zu 50.000 €
Thüringen Bis zu 50.000 € Bis zu 50.000 €

 https://tierschutz.bussgeldkatalog.org/wespe/

 

Videos:

Haftungsausschluss

Diese Internet-Präsenz wurde sorgfältig erarbeitet. Der Herausgeber übernimmt für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den aufgeführten Informationen, Empfehlungen oder Hinweisen resultieren, keine Haftung. Der Inhalt dieser Homepage ist ausschließlich zu Informationszwecken bestimmt. Die Informationen sind keine Anlageempfehlungen und stellen in keiner Weise einen Ersatz für professionelle Beratung durch Fachleute dar. Bei Investitionsentscheidungen wenden Sie sich bitte an Ihre Bank, Ihren Vermögensberater oder sonstige zertifizierte Experten.


Für Schäden oder Unannehmlichkeiten, die durch den Gebrauch oder Missbrauch dieser Informationen entstehen, kann der Herausgeber nicht - weder direkt noch indirekt - zur Verantwortung gezogen werden. Der Herausgeber übernimmt keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit der bereitgestellten Informationen auf seiner Internet-Präsenz.

 

Vorsorglicher Hinweis zu Aussagen über künftige Entwicklungen
Die auf dieser Website zum Ausdruck gebrachten Einschätzungen geben subjektive Meinungen zum Zeitpunkt der Publikation wider und stellen keine anlagebezogene, rechtliche, steuerliche oder betriebswirtschaftliche Empfehlung allgemeiner oder spezifischer Natur dar.

Aufgrund ihrer Art beinhalten Aussagen über künftige Entwicklungen allgemeine und spezifische Risiken und Ungewissheiten; und es besteht die Gefahr, dass Vorhersagen, Prognosen, Projektionen und Ergebnisse, die in zukunftsgerichteten Aussagen beschrieben oder impliziert sind, nicht eintreffen. Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass mehrere wichtige Faktoren dazu führen können, dass die Ergebnisse wesentlich von den Plänen, Zielen, Erwartungen, Einschätzungen und Absichten abweichen, die in solchen Aussagen erwähnt sind. Zu diesen Faktoren zählen

(1) Markt- und Zinssatzschwankungen,

(2) die globale Wirtschaftsentwicklung,

(3) die Auswirkungen und Änderungen der fiskalen, monetären, kommerziellen und steuerlichen Politik sowie Währungsschwankungen,

(4) politische und soziale Entwicklungen, einschliesslich Krieg, öffentliche Unruhen, terroristische Aktivitäten,

(5) die Möglichkeit von Devisenkontrollen, Enteignung, Verstaatlichung oder Beschlagnahmung von Vermögenswerten,

(6) die Fähigkeit, genügend Liquidität zu halten, und der Zugang zu den Kapitalmärkten,

(7) operative Faktoren wie Systemfehler, menschliches Versagen,

(8) die Auswirkungen der Änderungen von Gesetzen, Verordnungen oder Rechnungslegungsvorschriften oder -methoden,

Wir weisen Sie vorsorglich darauf hin, dass die oben stehende Liste der wesentlichen Faktoren nicht abschliessend ist.

Weiterverbreitung von Artikeln nur zitatweise mit Link und deutlicher Quellenangabe gestattet.

 

© 2017 MMnews.de

Please publish modules in offcanvas position.