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Schäffler: Schäuble schummelt

EFSF jetzt 2 Billionen? FDP-Finanzexperte wirft Schäuble Täuschung bei Euro-Rettung vor:  "Das Parlament wurde über die wahren Absichten getäuscht." Das Risiko steige durch die Hebelung "enorm" an. "Das ist nicht akzeptabel."

 

Angesichts mehrerer Medienberichte über eine deutliche Aufstockung des Euro-Rettungsschirms EFSF regt sich innerhalb der FDP großer Unmut über die Informationspolitik von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). "Schäuble hat vor der EFSF-Abstimmung von einem effizienten Einsatz der deutschen Steuergelder gesprochen. Jetzt wissen wir, was er damit gemeint hat", sagte der Finanzexperte der Liberalen im Bundestag, Frank Schäffler, der Onlineausgabe des "Handelsblatts".
 
"Das Parlament wurde über die wahren Absichten getäuscht." Das Risiko steige durch die Hebelung "enorm" an. "Das ist nicht akzeptabel." Kurz vor dem EU-Gipfel zur Schuldenkrise am Sonntag hatten sich Berichte über Einsatzmöglichkeiten für den Rettungsfonds EFSF gehäuft.

Nach Informationen des "Handelsblatts" gibt es Überlegungen der Bundesregierung, die Zinsen für Staatsanleihen von Ländern mit Schwierigkeiten auf den Finanzmärkten zu stunden. Hintergrund sei die drohende  Herabstufung der französischen Bonität. Nach Informationen anderer Zeitungen haben Deutschland und Frankreich sich zudem darauf verständigt, den Euro-Rettungsschirm mittels einer Hebelwirkung auf zwei Billionen Euro aufzustocken. Das wäre mehr als das Vierfache des derzeitigen Volumens von 440 Milliarden Euro.
 

Lammert verteidigt Hebel für Rettungsfonds

Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hat die Forderung von SPD und Grünen nach einer Abstimmung des Parlaments über den Hebel-Mechanismus im Euro-Rettungsschirm EFSF zurückgewiesen.  „Wenn die Höhe der Verpflichtungen verändert würde, müsste der Bundestag erneut befasst werden“, sagte er der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstagausgabe).

Wie der Fonds jedoch die  Mittel einsetze, werde mit Leitlinien festgelegt, „die der Zustimmung des Haushaltsausschusses bedürfen“. Dadurch sei die parlamentarische Mitwirkung ausreichend gewährleistet: „Ich sehe keinen Anhaltspunkt dafür, dass die vom Bundestag beschlossenen Regelungen verletzt würden“, sagte Lammert. 

Die Parlamentarischen Geschäftsführer von SPD und Grünen, Thomas Oppermann und Volker Beck, hatten argumentiert, durch die geplante Einführung eines Kredithebels steige das Verlustrisiko für die deutsche Haftungssumme von 211 Milliarden Euro. Deshalb müsse das Plenum des Bundestages vor einer Zustimmung von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Euro-Gipfel seine Einwilligung erklären. Die Koalition will den Bundestags-Haushaltsausschuss entscheiden lassen.

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