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Autobauer: Höchstrabatte

Autobauer geben die höchsten Rabatte auf Neuwagen seit 2006. Die tatsächlich im deutschen Markt von den Herstellern erzielten Preise für Neuwagen liegen demnach im Schnitt mehr als 18 Prozent unter den offiziellen Preistafeln der Autobauer.


Wer jetzt ein Auto kaufen will, kann sich freuen. Im Oktober verzeichnet der einschlägige Rabatt-Index des Center Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen den höchsten Stand seit dem Start der Untersuchung vor fünf Jahren. Die tatsächlich im deutschen Markt von den Herstellern erzielten Preise für Neuwagen liegen demnach im Schnitt mehr als 18 Prozent unter den offiziellen Preistafeln der Autobauer. Das zeigt eine noch unveröffentlichte CAR-Studie, die dem Handelsblatt (Montagsausgabe) vorab vorliegt.

„So groß war der Abstand zwischen Listenpreis und tatsächlichem Transaktionspreis seit der Einführung unserer Rabattmessung noch nie“, sagte Autoprofessor Ferdinand Dudenhöffer, Chef des CAR. Die Gründe für den Preissturz sind unterschiedlich. Spitzenreiter ist der italienische Konzern Fiat, der unter der schwachen Nachfrage in Südeuropa leidet. Auf den Kleinwagen Panda gewährt Fiat den Kunden 32 Prozent Preisnachlass.

Mehr als 30 Rabatt gibt der französische Hersteller Citroen auf seinen Kleinwagen C1. Der Mutterkonzern PSA leidet unter Überkapazitäten in Europa und muss Tausende Jobs abbauen. Doch selbst der deutsche Premiumhersteller BMW, der Rekordzahlen schreibt, räumt im Rahmen eines Leasingprogramms mehr als 30 Prozent Rabatt auf die 3er Serie ein, getrieben vom Modellwechsel des Bestsellers.

Eine Trendwende zeichnet sich nicht ab. Dabei bedroht der Preiskampf die Profitabilität des deutschen Automarktes. Die hohen Rabatte haben aus Sicht von CAR teure Folgen: Hersteller und Handel nehmen „sehr schlechte Margen im Oktober und in den Folgemonaten“ in Kauf, sagte Dudenhöffer. Der deutsche Automarkt stecke in der Preis- und Rabattfalle – und das trübe die Ergebnisse der Unternehmen auf dem wichtigsten Markt Europas im vierten Quartal deutlich ein.

Da die anderen großen europäischen Automärkte Frankreich, Italien und England bereits rückläufig seien und sich die Entwicklung aufgrund der staatlichen Sparprogramme und der konjunkturellen Eintrübung im nächsten Jahr nicht ändern dürfte, erwartet Dudenhöffer auch für 2012 schlechtere Margen in Europa.
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