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+ 1,7 Billionen: Schuldenbombe USA

Die Welt redet über Griechenland und die Euro-Zone. Derweil explodieren die Schulden in den USA - ohne dass jemand davon spricht. Alleine in den ersten 6 Monaten des laufenden Fiskaljahres wollen die USA fast 850 Mrd. Dollar an Treasuries emittieren. Das wären 141 Mrd Dollar pro Monat oder eine Runrate von 1,7 Billionen aufs Gesamtjahr. 

 

von Peter Boehringer

Die Welt redet über Griechenland, dabei türmen sich jenseits des Atlantiks die Schuldenberge in Rekordhöhe.  Doch der Schuldenexzess in den USA spielt in den Medien bisher keine Rolle - das kleine Griechenland jedoch um so mehr. 

Alleine in den ersten 6 Monaten des seit 1.10.2011 laufenden Fiskaljahres wollen die USA fast 850 Mrd Dollar an Treasuries emittieren.  Das wären 141 Mrd Dollar pro Monat oder eine Runrate von 1,7 Billionen aufs Gesamtjahr oder 11,3% des US-BIP. Das sind mind. +30% gegenüber dem Vorjahr! Alles netto versteht sich – die auslaufenden Bonds kommen also noch on top – denn wer würde bei Staatsanleihen heute noch an echte Tilgung glauben?

Weder in Griechenland  noch in USA noch in Deutschland ist das auch nur denkbar – auch wenn Deutschland mit ca. 2-3% BIP-Neuverschuldung noch besser dasteht. Letzteres hängt natürlich auch davon ab, ob die HRE-BadBank noch einige 100 Mrd EUR findet oder wieder ausbuchen muss und in welche Schattenhaushalte Schäuble die EFSF-Garantien bucht oder absurderweise eben nicht bucht – insofern ist die deutsche voraussichtliche 2-3%-Rate noch höchst instabil bzw. buchhalterisch „beeinflussbar“.

Wie viel der 1,7 Biollionen Dollar direkt die Fed monetisieren wird (zeitweise 75% und mehr) – und wie viel davon verschämt von einigen Strohmännern bzw. befreundeten Primary Dealers (nach dem Abgang von MF nun nur noch 21) für eine oder zwei Stunden zwischengehalten werden, bevor das Volumen dann doch auf dem Fed-Buch landet, ist noch nicht bekannt.

Und vielleicht finden 10% der US-Neuverschuldung sogar einen regulären, nicht politisch-planwirtschaftlich weisungsabhängigen Abnehmer aus jenem Dunstkreis, den man einstmals „freier Kapitalmarkt“ nannte. Das übrigens wird auch - unabhängig der hundertfachen Dementis - die Zukunft der EZB-Bilanz unter Super-Mario Draghi sein.

Dass die USA noch immer superniedrige Zinsen ähnlich wie Deutschland haben, die nur noch von Japan und der Schweiz unterboten werden (www.pigbonds.info) , ist eines der ungelösten Rätsel unserer Zeit. Aber in der Lala-Welt der Ökonomie anno 2011 wird das größte Risiko (exzessives Gelddrucken) vom Markt paradoxerweise mit den kleinsten Zinsen belohnt, denn just dieser Geldregen setzt eben den Zinsmechanismus des freien Marktes außer Kraft. Allerdings nicht ewig – irgendwann setzt sich die Risikobetrachtung immer durch: GR hat inzwischen 25% auf Zehnjährige und 225% (Jahres!)Zinsen auf einjährige Bonds.

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